Würzburger Karosserie- und Schadenstage

Megaevent in Würzburg

| Autor: Konrad Wenz

Ende März / Anfang April traf sich die K&L-Branche in Würzburg.
Ende März / Anfang April traf sich die K&L-Branche in Würzburg. (Bild: Rainer Wengel)

Die Kalkulationsdaten und ihre rechtliche Bedeutung war das Schwerpunktthema der diesjährigen Würzburger Karosserie- und Schadenstage im Vogel Convention Center. Dass das Thema gut gewählt war, zeigt die Rekordbesucherzahl: Rund 760 Teilnehmer zählte das Branchenevent.

Mehrere hochkarätige Referenten setzten sich am Schadenstag mit dem Leitthema des Events auseinander. Den Start übernahm der ZKF-Präsident Peter Börner, der die immer häufigeren Rechnungskürzungen durch Versicherungen und Prüfdienstleister an den Pranger stellte. Börner erläuterte den Teilnehmern, dass der Verband nicht einfach tatenlos zusieht, wenn seinen Mitgliedsbetrieben ihre Handwerkerrechnungen gekürzt werden. Vielmehr hat der ZKF die sogenannte Dienstleistung für Betrieb – DfB entwickelt.

Würzburger Karosserie- und Schadenstage 2017: Neue Lacke und Werkzeuge

Der K&L-Unternehmer hat dadurch die Möglichkeit, nahezu alle mit der Unfallschadenabwicklung verbundenen administrativen Aufgaben für einen Pauschalbetrag von 77 Euro an den Dienstleister Eurogarant Auto Service AG abzugeben. Hier kümmert man sich dann um die Abwicklung mit der Versicherung und klagt notfalls gekürzte Beträge ein – und zwar unabhängig von ihrer Höhe. Sehr interessant dürfte für die Teilnehmer gewesen sein, dass der ZKF derzeit nach Möglichkeiten sucht, diese Dienstleistung dem gesamten Gewerbe zur Verfügung zu stellen.

Karosserie- und Schadenstage 2017: Dienstleister für die Branche

Auch der Vortrag von Dr. Hans-Joseph Scholten, vom OLG Düsseldorf, wurde von den Teilnehmern sehr interessiert aufgenommen. Der Richter referierte zur rechtlichen Verbindlichkeit von Kalkulationsdaten im Schadenersatzprozess. Dabei ging er auch auf Prüfberichte von Prüfdienstleistern ein. Sein eindeutiges Fazit: Beides spielt für die Schadenersatzansprüche des Geschädigten eine untergeordnete Rolle. Richter würden sich bei ihrer Urteilsfindung viel mehr auf das Schadengutachten des von ihnen bestellten Sachverständigen verlassen.

Der zweite Tag war geprägt durch die Technik. Beispielsweise hatte der Lackieranlagenspezialist Sehon eine Weltneuheit mit nach Würzburg gebracht: den Karosserie-Arbeitsplatz Cameleon, für Stahl Alu und Carbon. Des Weiteren gab es Vorträge zur Außenhautinstandsetzung, dem Stanznietenziehen, der modernen Lichttechnik sowie dem effizienten Lackierprozess. Den Vortragsreigen beendete Suzanne Grieger-Langer. Sie ist Profiler und erläuterte den Teilnehmern, welche Herausforderungen ihnen im täglichen menschlichen Miteinander begegnen und wie sie damit fertig werden können. Pfeifen und Psychopathen haben die Zuhörer künftig im Griff.

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