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Gelkoh/ Ibena 25.000-Euro-Decke soll E-Autos besser gegen Selbstentzündung schützen

| Autor / Redakteur: Ottmar Holz / Dozent Redakteur

Wenn die Akkus eines E-oder Hybridfahrzeugs bei einem Unfall beschädigt werden, kann auch noch nach vielen Stunden ein Brand entstehen. Die unbewachte Lagerung entsprechender Fahrzeuge ist daher riskant, eine neuartige Löschdecke soll das jetzt ändern.

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Eine Keramikschicht am Bodenteil der fahrzeugumschließenden Decke soll dafür sorgen, dass austretender Kraftstoff bei einem Hybridfahrzeug nicht in die Umwelt gelangen kann.
Eine Keramikschicht am Bodenteil der fahrzeugumschließenden Decke soll dafür sorgen, dass austretender Kraftstoff bei einem Hybridfahrzeug nicht in die Umwelt gelangen kann.
(Bild: Gelkoh)

Verunfallte Elektroautos und die Umgebung, in der sie gelagert werden, müssen aufwendig gegen Selbstentzündung gesichert werden. Dank einer neuartigen Schutzdecke soll das nun einfacher gehen als mit den teilweise verwendeten Sicherheitscontainern. Entwickelt hat das etwa 25.000 Euro teure Produkt die auf Scherheitsprodukte spezalisierte Firma Gelkoh gemeinsam mit dem Textilhersteller Ibena.

Erklärtes Ziel dabei war es, Folgeschäden durch spontane Selbstentzündung zu verhindern oder zumindest zu minimieren. Die Schutzdecke wird nach Angaben des Anbieters allseitig um das beschädigte Fahrzeug gelegt und mit Klett- und Reißverschlüssen zu einem sackförmigen Behältnis geformt. Zwei Mann benötigen dazu laut Hersteller rund drei Minuten. Der mehrlagige Stoff soll bei einer eventuellen Entflammung des Akkus nicht nur die Sauerstoffzufuhr unterbinden, sondern zudem im Inneren des Sacks ein brandhemmendes Gas freisetzen. „Selbstverlöschend“ nennt der Hersteller den gewünschten Effekt.

Decke soll komplette Zerstörung verhindern

Brände von Elektroauto-Batterien sind nur sehr schwer und mit großen Mengen Wasser zu löschen. Das Feuer bricht nicht unbedingt sofort nach dem Crash aus, sondern kann auch erst Stunden später entflammen.

Bislang werden verunfallte Fahrzeuge daher oft aufwendig gesichert, etwa durch das Versenken in mit Wasser gefüllten Containern – wodurch das Auto jedoch komplett zerstört wird. Die neue Schutzdecke soll das vermeiden. Als Kundschaft hat Gelkoh neben Feuerwehren auch Abschleppunternehmen und Autohäuser im Blick.

Unabhängige Unfallforscher äußern sich zu der versprochene Löschwirkung bei Akkubränden jedoch skeptisch – mithin befindet sich der für die Verbrennung nötige Sauerstoff bereits in gebundener Form innerhalb der Lithium-Ionen-Batterie. Darüberhinaus sei das Gehäuse von Fahrakkus im Normalfall gasdicht, der Zutritt von Löschgas also nur schwer vorstellbar. Ob die mit rund 25.000 Euro zu Buche schlagende Decke ihre Löschwirkung mehrfach entfalten kann, war der Firmenverlautbarung nicht zu entnehmen.

Falls die Löschdecke ihre flammhemmende Wirkung in einem Praxistest unter Beweis stellen kann, ist sie zumindest für die Lagerung rollfähiger Fahrzeuge eine Alternative zum üblichen Übersee-Container.

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