Suchen

Fahrzeugbau Absatz sparsamer Autos geht weiter zurück

Autor / Redakteur: Christoph Seyerlein / Jens Scheiner

Immer weniger Neuwagen mit grünen Effizienzklassen kommen hierzulande auf die Straße. Im europaweiten Vergleich der CO2-Emissionen hinkt Deutschland weit hinterher. Die Deutsche Energieagentur schlägt deshalb Alarm.

Firma zum Thema

SUVs boomen trotz aller Klimadiskussionen ungebrochen.
SUVs boomen trotz aller Klimadiskussionen ungebrochen.
(Bild: Audi)

Trotz anhaltender Klimadiskussionen ist der Absatz energieeffizienter Neuwagen in Deutschland im vergangenen Jahr weiter gesunken. Wie die Deutsche Energieagentur (Dena) mitteilte, sank der Anteil von Fahrzeugen mit den besten Effizienzklassen (A+, A, B) an allen Neuzulassungen 2018 im Vergleich zu 2017 um fünf Prozent. Und das, obwohl die Anzahl der neu zugelassenen Autos mit insgesamt über 3,4 Millionen auf dem Niveau des Vorjahres geblieben war.

Die durchschnittlichen CO2-Emissionen neuer Autos in Deutschland sind dadurch um fast zwei Prozent auf 130,3 Gramm pro Kilometer (2017: 127,9 g/km) angestiegen. Ein Grund für die Entwicklung: Der SUV-Boom ist ungebrochen. Deren CO2-Bilanz ist selten gut. Neue SUVs stießen 2018 im Durchschnitt 134,3 g CO2/km (2017: 133,2 g CO2/km) aus, die artverwandten Geländewagen gar 163,1 g CO2/km (2017: 159,2 g CO2/km).

Die Neuzulassungsentwicklung in Deutschland nach Effizienzklassen. Zum Vergrößern bitte anklicken.
Die Neuzulassungsentwicklung in Deutschland nach Effizienzklassen. Zum Vergrößern bitte anklicken.
(Bild: Dena)

Zu höheren Durchschnittswerten führte aber auch die Einführung des neuen Abgasprüfzyklus WLTP. Im europäischen Vergleich schnitt Deutschland im vergangenen Jahr schlecht ab. Mit den durchschnittlichen 130,3 Gramm CO2 pro Kilometer lag die Bundesrepublik deutlich über dem Mittelwert auf dem Kontinent (120,4 g/km).

Auch im laufenden Jahr rechnet die Dena nicht mit einer Verbesserung der Situation. Denn bereits jetzt zeichnet sich ab, dass der Absatz von SUVs weiter anzieht. Das Segment hat hierzulande mittlerweile sogar die Kompaktklasse als volumenstärkste Gruppe abgelöst.

Dena-Chef: „Sollte zu denken geben“

Dena-Chef Andreas Kuhlmann schlägt deshalb Alarm. Die aktuellen Zahlen sollten „Politik, Herstellern und Verbrauchern zu denken geben und ein Weckruf sein“, sagte er. Um die Klimaziele zu erreichen, müssten dringend attraktivere Rahmenbedingungen für emissionsärmere Autos geschaffen werden.

Kuhlmann schlug vor: „Die Koppelung der Dienstwagenbesteuerung und des Privatkaufs von Pkw an deren CO2-Emissionen kann dabei ein wirksamer Schritt sein. Allerdings sollte dieses System aufkommensneutral, gegebenenfalls durch die Einbeziehung von Bonus-Malus-Regelungen, ausgestaltet werden.“ Zudem riet er, Kraftstoffe stärker nach ihrer CO2-Intensität zu besteuern. „Denn die verbrauchsarmen Fahrzeuge, die heute neu in den Markt kommen, sind auch ein Garant für die bezahlbare Individualmobilität der Zukunft.“

(ID:46056833)

Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«