Caravan-Reparatur Acoat Selected baut Werkstattnetz aus

Autor: Dr. Holger Schweitzer

Gemeinsam mit dem Schadendienstleister CarSN schuf vor rund zwei Jahren der Lackhersteller Akzo Nobel das Acoat Selected Caravan Repair Network. Nun soll das Werkstattnetz kontinuierlich wachsen.

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In Corona-konformen Format erklärten Vertreter von Akzo Nobel und CarSN, wie das Acoat Selected Caravan Repair Network ausgebaut werden soll.
In Corona-konformen Format erklärten Vertreter von Akzo Nobel und CarSN, wie das Acoat Selected Caravan Repair Network ausgebaut werden soll.
(Bild: »Fahrzeug+Karosserie«/ Wenz)

Auch Caravans und Camper bleiben von Unfallschäden nicht verschont. Aber um die rollenden Ein-Zimmer-Wohnungen nach einem Crash wieder sach- und fachgerecht instand zu setzen, müssen die Mitarbeiter über das entsprechende Know-how verfügen und die Werkstatt darauf ausgelegt sein. Wohnmobile mögen ein Nischensegment sein – die Branche erfreut sich allerdings eines steten Wachstums über die vergangenen Jahre hinweg; spezialisierte K&L-Betriebe können ein lukratives Zusatzgeschäft generieren.

Um interessierten Betrieben beim Einstieg ins Geschäft mit der Reparatur von Wohnmobilen zu helfen und sie bei den Abläufen zu unterstützen, gründeten der Lackhersteller Akzo Nobel und der Schadendienstleister CarSN vor etwa zwei Jahren ein eigenes Werkstattnetz. Mittlerweile sehen sie ihr Konzept auf dem Markt etabliert und richten den Blick darauf, es auszubauen. Wie sich das Acoat Selected Caravan Repair Network entwickelt hat, und was die nächsten Schritte sein sollen, darüber informierten Kai Gräper, Acoat Selected Manager und Karl Lindner, Geschäftsführer CarSN, in einer digitalen Pressekonferenz.

Demnach ist ein zentraler Aspekt das Schadenmanagement. Gemeinsam mit Versicherern und Schadensteuern sollen Endkunden und Werkstätten von einer standardisierten und qualitätsgeprüften Abwicklung der Aufträge profitieren. Wie Gräper und Lindner betonen, liegt die Aufgabe darin, die Reparaturen möglichst effizient zu erledigen und gleichzeitig den besonderen Rahmenbedingungen im Bereich der Freizeitmobile gerecht zu werden.

Herausfordernde Ersatzteilbeschaffung

Zu den Herausforderungen gehört laut Gräper und Lindner beispielsweise, zügig geeignete Ersatzteile zu beschaffen. Das lasse sich mit dem Pkw-Segment nicht vergleichen. Auch wenn sich gewisse Aspekte über digitale Formate abbilden ließen, sei der Teilemarkt viel zu individuell und erfordere einen hohen administrativen Aufwand. Das Werkstattnetz biete seinen Kunden zwar eine zentralisierte Beschaffung von Teilen an. Die Lieferfähigkeit entspreche jedoch in keiner Weise der in der Pkw-Branche. Aus diesem Grund habe man sich dazu entschieden, in den Prozess ein intensives Qualitätsmanagement einzubetten.

Bald dreistellige Zahl an Betrieben

Derzeit sind Gräper zufolge dem Werkstattnetz 72 Betriebe angeschlossen. Davon seien 52 Betriebe bereits aktiv in der Schadensteuerung tätig. Die übrigen 20 befänden sich aktuell im Zertifizierungsprozess. Im Jahr 2021 soll die Gesamtzahl auf 100 wachsen.

Auch wenn die Betriebe deutschlandweit verteilt seien, könne man noch nicht von einer Flächendeckung sprechen, gestehen Gräper und Lindner ein. Doch: Anders als im Pkw-Segment seien Besitzer von Wohnmobilen eher bereit, für eine fachgerechte Reparatur ihrer meist sehr gepflegten Fahrzeuge größere Distanzen in Kauf zu nehmen.

Aber nicht nur in Deutschland soll das Caravan Repair Network weiter gesponnen werden. Laut Gräper ist geplant, es zu einem europäischem Netz mit Fokus auf die DACH-Region auszuweiten. Auch weitere Versicherer sollen angebunden werden, um das Volumen an vermittelten Schäden steigern zu können. Gleichzeitig will der Lackhersteller Akzo Nobel das Angebot an Schulungen und Seminaren weiterentwickeln.

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Über den Autor

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Redakteur, Ressort Technik, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG