ZDK Aufgepasst bei Scheinwerfereinstellplatz und Bremsprüfstand!

Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Frühzeitiges Handeln ist angesagt Wer auch künftig als Prüfstützpunkt für HU und SP agieren und auch weiterhin AUs durchführen möchte, der muss ab diesem Jahr Einiges beachten. Denn ab sofort müssen Prüfmittel kalibriert werden.

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Werkstätten sollten zeitnah die Abnahme eines Scheinwerferprüf- und Einstellplatzes sowie eines Bremsenprüfstands beauftragen.
Werkstätten sollten zeitnah die Abnahme eines Scheinwerferprüf- und Einstellplatzes sowie eines Bremsenprüfstands beauftragen.
(Bild: Bosch)

Dass bald „neue“ Bremsenprüfstande fällig sind, sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Denn spätestens ab dem 1.1.2020 muss dieses wichtige HU-Prüfmittel neuen technischen Anforderungen entsprechen, wozu unter anderem eine ASA-konforme Schnittstelle zählt. Und auch dass man für die Prüfung oder Einstellung von Fahrzeugscheinwerfern im Rahmen gesetzlicher Überprüfungen seit 1.1.2015 (bei Um- und Neubauten) beziehungsweise 1.1.2017 einen abgenommenen Platz vorweisen muss, sollte man als Verantwortlicher in einem Kfz-Unternehmen bereits schon einmal gehört haben. Was den meisten bisher in diesem Zusammenhang aber verborgen geblieben sein dürfte, ist die Tatsache, dass diese Prüfmittel ab sofort nicht mehr wie bisher mittels Stückprüfung geprüft werden. Da sich die Bundesrepublik Deutschland in Sachen gesetzlicher Fahrzeugüberwachung freiwillig einem EU-weiten Qualitätsstandard angeschlossen hat, der im Rahmen eines Akkreditierungsverfahren kontrolliert und genehmigt wird, müssen diese Prüfmittel „kalibriert“ sein. Eine herkömmliche Stückprüfung oder Eichung erfüllen eine solche Kalibrierung nicht. Zuständig für die Anerkennung eines akkreditierten Unternehmens oder einer Person ist hierzulande die DAkkS, die Deutsche Akkreditierungsstelle. Da sämtliche Prüfstände, Einstellplätze, etc. spätestens ab dem 1.1.2018 normkonform kalibriert werden müssen, gilt bereits seit diesem Jahr eine Übergangsphase. Das heißt, sämtliche HU-Prüfmittel, die ab dem 1.1.2017 zur Überprüfung fällig sind, müssen bereits im Rahmen einer „erweiterten Stückprüfung“ auf ihre Funktion und Genauigkeit hin kontrolliert werden. Diese erweiterte Prüfung bedeutet einen erhöhten Prüfaufwand, da die Prüfer auch einen Kalibrierschein ausstellen müssen. Prüfer für eine erweiterte Prüfung können wie bisher Vertreter von Prüforganisationen, freien Dienstleistern aber auch technische Berater der Kfz-Landesverbände sein, so sie denn qualifiziert sind, einen „Kalibrierschein“ auszustellen.

Arbeitsaufträge genau definieren Da der erhöhte Aufwand – neben steigenden Kosten – zudem zu organisatorischen Engpässen führen wird, rät der ZDK Betrieben dringend, für Prüfmittel, deren Stückprüfung im Jahr 2017 ablaufen wird bzw. die erstmals in diesem Jahr geprüft werden sollen, die notwendige Überprüfung auf Basis der vorgenannten Verkehrsblattverlautbarung mit größerem zeitlichen Vorlauf als bisher gewohnt zu beauftragen. Zudem schlägt der Verband vor, bei der Beauftragung der Überprüfung folgende konkretisierende Auftragsbeschreibung abzugeben: „Stückprüfung zzgl. Kalibrierung gem. Nr.2 bzw. Nr. 4 der VkBl-Verlautbarung 2016 S. 501ff.“ Der jeweilige Anbieter sollte bestätigen, dass er in der Lage ist, die Stückprüfung nach der Verkehrsblatt-Verlautbarung durchzuführen." Die Verkehrsblatt-Verlautbarung Nr. 115 des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) vom 28.06.2016 (VkBl. 2016, Seite 501), die die genannte Übergangsphase regelt, erschien in der Ausgabe 37 des »kfz-betrieb« und wurde auf dem Internetportal TEMI-Plus www.temiplus.de veröffentlicht – registrierte »kfz-betrieb«-Nutzer können sie auch https://files.vogel.de/vogelonline/vogelonline/issues/kfz/sonst/2016/7490.pdfhier einsehen und herunterladen. Stückprüfungen, die auf Grundlage der „HU-Scheinwerfer-Prüfrichtlinie“ von 2014 oder der „Bremsprüfstandsrichtlinie“ von 2011 durchgeführt wurden oder durchgeführt werden, haben eine Gültigkeit von 24 Monaten. Systeme zur Überprüfung der Einstellung von Scheinwerfern sind bei der ersten Inbetriebnahme, bei einer Wiederinbetriebnahme an geänderten Aufstellflächen und nachfolgend regelmäßig wiederkehrend (mindestens alle 24 Monate) zu überprüfen. Wie bereits erwähnt, müssen ab 1.01.2018 Bremsprüfständen und Scheinwerferprüf- und Einstellplätze normenkonform kalibriert werden. AU-Geräte hingegen dürfen bzw. müssen bis zum 31.12.2018 geeicht werden. Ab dem 1.1.2019 müssen diese geeicht und zusätzlich durch ein akkreditiertes Prüflabor kalibriert werden (Stand 1/2017). Eine Kalibrierung können dann nur Prüfer bzw. Prüflabore durchführen, die entsprechend von der DAkkS akkreditiert sind. Auch die TAK, der Schulungsdienstleister des deutschen Kfz-Gewerbes, hat bereits einen Antrag auf Akkreditierung als Kalibrierlabor bei der DAkkS eingereicht, so dass die künftigen Kalibrierungen wie die bisherigen Stückprüfungen auch durch Beauftragte der Kfz-Innungen/Landesverbände durchgeführt werden können.

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