Scania Aufmerksamkeitsassistent senkt Unfallrisiko

Redakteur: Marion Fuchs

Der neue Aufmerksamkeitsassistent des französischen Lkw-Herstellers gehört seit Frühjahr 2018 zur Standardausstattung.

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Ab sofort gehört der Aufmerksamkeitsassistent bei Scania zur Standardausstattung.
Ab sofort gehört der Aufmerksamkeitsassistent bei Scania zur Standardausstattung.
(Bild: Scania)

Unaufmerksamkeit und Müdigkeit des Fahrers sind die Ursachen von bis zu 40 Prozent aller schweren Unfälle. Durch Müdigkeit verursachte Unfälle sind oftmals noch schwerer, weil der Fahrer nicht in der Lage ist, die Unfallfolgen durch Bremsen zu reduzieren. Dies hat Scania veranlasst, einen Aufmerksamkeitsassistenten als Standardausstattung einzuführen. Das System analysiert laut Hersteller den Aufmerksamkeitsgrad des Fahrers anhand von Daten aus verschiedenen Quellen und warnt ihn, wenn sene Konzentration nachlässt.

Warnsysteme gehören heutzutage bereits zur Standardausstattung vieler Pkw, umso bedeutender ist ihr Einsatz in schweren Nutzfahrzeugen.

Wie funktioniert der Assistent?

Zunächst wird während der ersten 15 Minuten der individuelle Fahrstil ausgewertet. Dabei dienen 60 km/h und schneller als Ausgangswert. Anschließend werden die Lenkradbewegungen analysiert, um festzustellen, ob ein Verhalten außerhalb der Norm vorliegt. Die Analyse konzentriert sich vor allem auf Momente, in denen eine kurze Inaktivität am Lenkrad von einer schnellen, ruckartigen Lenkradkorrektur gefolgt wird. Dieses Verhalten kann oft beobachtet werden, wenn der Fahrer die Fahrsituation nicht aufmerksam genug verfolgt.

Die Daten der Fahrstilanalyse werden gemeinsam mit Informationen der Kamera analysiert, um ein Verlassen der Fahrspur zu erkennen. Diese Kamera dient auch als Grundlage für den Spurhalteassistenten. Die Spurhaltefähigkeit des Fahrers ist ein wichtiger Faktor zur Beurteilung seines Aufmerksamkeitsgrades. Eine im Lauf der Zeit verminderte Spurhaltefähigkeit ist folglich ein Anzeichen für abnehmende Aufmerksamkeit.

Ein solches ungleichmäßiges Fahrverhalten ist normalerweise auf Müdigkeit zurückzuführen. Es kann aber auch andeuten, dass der Fahrer abgelenkt ist, z. B. durch Telefonieren oder Texten mit dem Handy. Das Spurhalte-Verhalten wird immer im Verhältnis zum üblichen Fahrstil des Fahrers bewertet.

Wie wird das Warnsystem ausgelöst?

Des Weiteren werden die Daten in Zusammenhang mit einem physiologischen Modell der menschlichen Schläfrigkeit, in Abhängigkeit von der Tageszeit, der bereits vergangenen Wachzeit und der letzten Schlafdauer des Fahrers gebracht. Die benötigten Informationen liefert der Fahrtenschreiber. Außerdem wurde das Modell für die Stunden angepasst, in denen das Müdigkeitsrisiko des Fahrers besonders hoch ist, wie z. B. zwischen drei und fünf Uhr am Morgen.

Der daraus resultierende Wert nennt sich „kombinierter Aufmerksamkeitsgrad“. Dieser Wert wird dem Fahrer angezeigt und löst auch die Warnmeldungen aus. Auf einen zu niedrigen Aufmerksamkeitsgrad wird akustisch und visuell auf einer Skala hingewiesen. Die Balken auf der Skala sind solange grün, bis der Wert eine Grenze unterschreitet, ab der ein Risiko besteht – dann wird die Anzeige gelb. Die Warnung wird in zwei Stufen ausgegeben: Zuerst meldet das System, dass der Fahrer offensichtlich abgelenkt ist und dann schlägt es vor, eine Pause einzulegen.

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