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Retro Classics Cologne Aus und vorbei!

| Autor: Steffen Dominsky

Eine lange Karriere war ihr wahrlich nicht beschieden, der Kölner Variante der Retro Classics. Nach gerade einmal zwei Ausgaben ist bereits wieder Schluss. Der Veranstalter hat nun das November-Event still und leise beerdigt.

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Nach nur zwei Ausgaben ist die Retro Classics Cologne bereits Geschichte.
Nach nur zwei Ausgaben ist die Retro Classics Cologne bereits Geschichte.
(Bild: »kfz-betrieb«)

Man musste wahrlich keine prophetischen Fähigkeiten besitzen, um zu der Erkenntnis zu kommen: „Das wird so nichts!“. Gemeint ist die Oldtimermesse „Retro Classics Cologne“. Sie war 2017 zusammen mit ihrer Schwester in Nürnberg, der „Retro Classics Bavaria“ (Start 2016), als Ableger der bekannten „Retro Classics Stuttgart“ entstanden. Das zu einer Zeit, als das Geschäft mit und rund um Oldtimer offenbar nur ein „Immer höher, schneller, weiter“ kannte und Klassikmessen gefühlt wie Pilze aus dem Veranstaltungsboden schossen. Doch die Zeiten haben sich, wie die meisten mitbekommen haben dürften, geändert.

„Leider ist es uns aufgrund anhaltender Terminschwierigkeiten nicht möglich, die Messe in diesem Jahr qualitativ auf einem adäquaten Niveau durchzuführen (…). Für uns als Messeveranstalter ist eine Durchführung der Veranstaltung unter diesen Voraussetzungen (…) nicht tragbar“, schrieb Thomas Hientz, Projektleiter der Retro Classics, letzte Woche jenen Ausstellern, die bereits gebucht hatten. Die Öffentlichkeit haben die Retro-Macher bislang allerdings nicht informiert. Und auch die Messe Köln als Ausrichter fiel aus allen Wolken, als sie von der Absage quasi hintenherum erfuhr. Wer letzte Woche auf die entsprechende Retro-Homepage klickte, bekam noch den Hinweis „Wartungsarbeiten“, jetzt erscheint eine triste „Error 404“-Anzeige.

Die Kölner Klassikmesse fand zum ersten Mal im Jahr 2017 an den Tagen vor und am Totensonntag selbst statt, was mit einem Verkaufsverbot verbunden war. Im letzten Jahr dann war das Handeln am Sonntag zwar erlaubt, allerdings öffneten die Tore der Messe Köln aufgrund des Volkstrauertags erst ab 13:00 Uhr. Nun die Schuld für den mangelnden Zuspruch zur rheinischen Retro-Variante bei der Stadt, den Vorschriften oder gar den Ausstellern zu suchen, wäre zu kurz gegriffen und ungerecht zugleich.

Sicher sind immer mehr Aussteller in den letzten Wochen abgesprungen. Doch letztlich werden andere Gründe den Ausschlag gegeben haben:

  • Es gibt einfach zu viele Oldtimermessen in Deutschland. Das gilt sowohl im Hinblick auf erzielbare Besucherzahlen als auch hinsichtlich der zu akquirierenden Aussteller und deren Möglichkeiten, mehrere Messen pro Jahr abbilden zu können.
  • Ein bestehendes Messekonzept nicht nur zu verdoppeln (eine zusätzliche „Retro“), sondern auf einen Schlag zu verdreifachen (zwei zusätzliche Retros), war wohl etwas zu ambitioniert. Auch die zeitliche Nähe der beiden neuen Retros (November/Dezember) ist „suboptimal“.
  • Es gibt mit der Techno Classica gerade mal nur gut 60 Kilometer entfernt bereits eine etablierte Oldtimermesse.
  • Für eine neue Messe mit zwei Hallen dasselbe Eintrittsgeld zu verlangen wie für eine Messe mit acht oder neun Hallen (Stuttgart) und dem entsprechenden Angebot, geht in der Realität vorbei.

Mit der aktuellen Stornierung stehen die Retro-Classics-Verantwortlichen aber keineswegs allein dar. Erst kürzlich haben die Macher der „Hamburg Motor Classic“ ihr Oldieevent nach ebenfalls gerade einmal zwei Durchläufen sang- und klanglos beerdigt. Und auch die Veranstalter der Motorworld Berlin haben ihre Klassikmesse auf Ende November verschoben, um sie mit einer Bootsmesse zusammenlegen zu können. Übermäßiger Zuspruch dürfte wohl kaum der Grund hierfür gewesen sein.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "bike & busines", "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group