Piaggio City-Truck Porter NP6 soll Position im Nutzfahrzeugmarkt stärken

Autor: Andreas Grimm

Der Transportermarkt weckt derzeit die Aufmerksamkeit vieler Anbieter. Neben völlig neuen Fabrikaten schärfen bekannte Marken wie Piaggio das Angebot. Der grundlegend überarbeitete Piaggio Porter soll nun im städtischen Verkehr gewinnen.

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Piaggio vertreibt schon lange ein kleines Nutzfahrzeug, allerdings als Lizenzprodukt. Jetzt kommt der Porter NP6 als Neuentwicklung auf den Markt.
Piaggio vertreibt schon lange ein kleines Nutzfahrzeug, allerdings als Lizenzprodukt. Jetzt kommt der Porter NP6 als Neuentwicklung auf den Markt.
(Bild: Piaggio)

Die italienische Hersteller Piaggio drängt mit einer komplett überarbeiteten Version des Porter NP6 verstärkt ins Nutzfahrzeuggeschäft. Die neu formierte Division Commercial des Traditionsunternehmens präsentierte das neue Modell in Form einer internationalen Online-Premiere. Das Modell kombiniere kompakte Abmessungen mit hoher Nutzlast und umweltfreundlichen Motoren, lautete die Kernbotschaft.

Der neue Porter NP6 richtet sich damit vornehmlich auf den Einsatz im städtischen oder stadtnahem Kurzstreckenverkehr für gewerbliche und kommunale Anwendungen. Gedacht ist er sowohl für den Lieferverkehr auf der berühmten letzten Meile ebenso wie für den Transport schwerer Gebrauchsgüter, etwa im Baugewerbe, für den Straßendienst oder auch im Gartenbau und in der Landschaftspflege. Aufgrund der vielen Möglichkeiten zur Individualisierung sei die Zielgruppe für den Porter ebenso vielfältig, heißt es bei Piaggio.

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Den Porter hat Piaggio schon lange im Programm. Bislang basierte das Modell allerdings auf dem Gestell des Daihatsu Hijet S80, den die Italiener von 1992 bis 2002 für die Japaner gebaut hatten. Seither war Piaggio Lizenznehmer und vertrieb das Modell als Porter in verschiedenen Aufbau-Varianten. Im vergangenen Jahr verkauft sich das Modell in Deutschland rund 500 Mal, in Europa lagen die Verkäufe zwischen 5.000 und 6.000 Einheiten im Jahr.

Produziert wird das Modell im Piaggio-Stammwerk in Pontedera (Toskana, Italien). Der Vertrieb in den verschiedenen europäischen Ländern erfolgt über die Piaggio-Commercial-Vertragspartner, die auch das wohl bekanntere Nutzlast-Modell von Piaggio, den dreirädrigen Ape, vertreiben. In Deutschland gibt es davon etwa 80 Vertragspartner. Verkaufsziele für den Porter NP 6 nannte Piaggio im Rahmen der Präsentation nicht. Das Unternehmen will aber generell „die Position auf dem Markt für leichte Nutzfahrzeuge stärken und international wachsen“.

Hohe Zuladung möglich

Der jetzt vorgestellte Porter ist eine komplette Neuentwicklung, die allerdings die Vielseitigkeit des Vorgängers fortführt. Das Modell gibt es als Pick-up, als Kipper und für individuelle Aufbauten auch als Rohchassis jeweils mit Einzel- und Zwillingsbereifung sowie in fünf Farben. Piaggio selbst sieht im Porter NP 6 einen City Truck, der an die Anforderung moderner Mobilität angepasst sei.

Mit seinen kompakten Abmessungen soll er möglichst wenig Fläche im Straßenverkehr beanspruchen. Er erstreckt sich in der kürzesten Variante 4,22 Meter (maximal 5,1 Meter) in die Länge bei einer Breite von 1,64 Metern und hat damit die Maße eines Mittelklassewagens. Die Zuladung beträgt je nach Ausführung zwischen 1.250 und 1.600 Kilogramm (inklusive des Gewichts für die Aufbauten), das ist mehr als das Leergewicht des Modells. Die maximale Ladefläche ist 3,08 mal 1,8 Meter groß.

Zwei Bi-Fuel-Antriebe stehen zur Wahl

Angetrieben wird der Porter durch zwei neue Euro-6d-Motoren, die die innerstädtischen Emissionen senken sollen, allerdings ohne einen modischen Elektromotor. Piaggio setzt stattdessen auf Bi-Fuel-Aggregate, die wahlweise mit Benzin/Flüssiggas oder Benzin/Erdas betrieben werden. Die 1,5-Liter-Maschinen bringen abhängig vom Kraftstoff zwischen 68 kW/92 PS und 78 kW/106 PS Leistung. Angeboten wird das Leicht-Lkw zudem mit zwei unterschiedlich großen Tanks als Short- bzw. Long-Range-Variante.

„Die Anforderungen an die Mobilität und den Transportbereich befinden sich weltweit in einem rasanten Wandel, der Porter NP6 ist eine Antwort darauf“, sagte Roberto Colaninno im Laufe der Präsentation. Für ihn ist der Porter nicht nur ein an die Zeit angepasstes Produkt. Colaninno sieht den Porter auch „im Mittelpunkt der strategischen Entwicklung von Piaggio Commercial als einem zentralen Geschäftsbereich der Piaggio Group“.

Die Serienausstattung umfasst ein ESC-System sowie E-Call, Fahrerairbag, USB-Ladebuchse, Licht- und Regensensor. Zubuchbar sind Beifahrerairbag, DAB+-Radio und Klimaanlage. Die Preise starten bei rund 15.000 Euro (netto).

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«