PPG Virtueller Neujahrsempfang Die Chancen überwiegen

Redakteur: Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Unter das Motto „Wir sehen uns – ganz sicher“ stellte der Lacklieferant PPG sein erstes virtuelles Neujahrsevent, das vom Nürburgring übertragen wurde. Mit vielen Tipps, um die derzeitigen Herausforderungen meistern zu können, mit Zuversicht, Motivation und Humor stellt PPG seine Partnerbetriebe auf 2021 und die kommenden Jahre ein.

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Mit Vertretern des PPG Querdenkerkreises diskutierte Jochen Kleemann (PPG mitte) über die Chancen, die die Digitalisierung eröffnet.
Mit Vertretern des PPG Querdenkerkreises diskutierte Jochen Kleemann (PPG mitte) über die Chancen, die die Digitalisierung eröffnet.
(Bild: VCG)

Die Goodyear Vip-Lounge auf dem Nürburgring nutzte der Hildener Lacklieferant PPG als Kulisse für seinen ersten Neujahrsempfang Mitte Februar 2021. Jochen Kleemann, Automotive Refinish Director PPG, begrüßte die Teilnehmer und unterstrich, dass für sein Unternehmen auch künftig die persönliche Begegnung an erster Stelle stehen würde. Allerdings würde das Jahr 2021 einige Veränderungen mit sich bringen, insbesondere was das Thema Begegnung anginge.

Im vergangenen Jahr seien der Unfallreparaturbranche durch die veränderte Mobilität rund 330.000 Unfallschäden entzogen worden. Auch 2021 habe nicht berauschend angefangen. Eine große Herausforderung für die Branche sieht der Manager in der zunehmenden Digitalisierung. Vor allem deshalb, weil erstens die digitale Datenanbindung via schnelles Internet im internationalen Vergleich hinterherhinke. Zweitens gebe es zu viele unterschiedliche Anforderungen von Auftraggebern, wie Flotten, Schadenlenkern und Versicherungen. Die Digitalisierung der Prozesse setze zwar große Effizienzpotenziale frei und mache die Prozesse transparenter, allerdings setze sie die Betriebe auch unter Druck. „Das gesamte Potenzial der Digitalisierung lässt sich nur heben, wenn man sich auf einen Standard einigt, oder die Probleme mittels Schnittstellen löst“, sagte Kleemann.

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Die Branche müsse weiterhin etablierte Prozesse hinterfragen und die Bereitschaft zu Investitionen aufrechterhalten. Das sei Voraussetzung dafür, dass die Betriebe die Herausforderungen dieser Zeit meistern könnten.

Stimmen aus der Branche

Unterstützt wurde Kleemann unter anderem von Vertretern der Verbände ZKF, BFL und BVdP mit Grußworten. Peter Börner, Präsident des Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) erklärte, dass das Jahr 2021 aus Sicht des Verbands nicht viel leichter werde als das Jahr 2020. Dennoch sei Mut und Zuversicht angebracht, allerdings müssten die folgenden vier Themen schnell angegangen werden:

  • Fachkräftesicherung – im vergangenen Jahr habe es einen Rückgang an Ausbildungsverhältnissen von 6,8 Prozent bei den Karosseriebauern und 13,1 Prozent bei den Lackierern gegeben. Das sei eine dramatische Entwicklung, die es aufzuhalten gelte.
  • Wandel in der Gesellschaft – der Kunde verändere sich, der Autofahrer der Zukunft würde nicht mehr der Gleiche sein und Schadenlenker, Flotten und Versicherer seien gerade dabei, sich anders zu positionieren. Darauf müsse sich die Branche einstellen.
  • Umschichtung der Kundenstrukturen – Betriebe sollten sich nicht mehr auf zwei Großkunden stützen, die den Großteil des Umsatzes ausmachen. Besser sei es, mehrere mittelgroße Kunden zu haben, um das Risiko auf viele Beine verteilen zu können.
  • Kostendeckende Erträge – dies gelte sowohl für die Stundenverrechnungssätze als auch für den Ersatzteile-Ein- bzw. Verkauf.

„Wenn wir diese Herausforderungen aktiv angehen, dann können wir einer guten Zukunft entgegensehen", führte Börner aus.

Auch BVdP-Geschäftsführer Michael Pinto schaut zuversichtlich nach vorne. Die Branche habe es immer wieder geschafft, sich mit neuen Ideen im Markt zu behaupten. Dr. Albert Bill, Geschäftsführer der BFL, riet der Branche, sich auf die E-Mobilität und die zunehmenden elektronischen Systeme der Fahrzeuge einzustellen – nur wer diese Anforderungen meistere, könne entspannt in die Zukunft sehen. Paul Kehle, BFL-Präsident ergänzte: „Wir müssen uns an unsere Stärken erinnern, und an das was uns verbindet. Es ist notwendig, dass die Branche zusammenhält und dass sich alle gegenseitig unterstützen." Detlef Thedens, Präsident des Weltverbands der Karosseriebauer, AIRC, und ZKF-Vizepräsident rundete die Verbandsstimmen ab. Er erinnerte an das Geschäftsfeld Caravan, dass den Betrieben neue Möglichkeiten eröffne. Zudem sollten sich die Unternehmen um den Fachkräftenachwuchs kümmern und sich von den sogenannten Rechnungskürzern nichts gefallen lassen. „Von der Rechnung darf nichts abgezogen werden“, verstärkte Thedens. Christian Simmert, Chefredakteur Schaden.News.de erläuterte, dass sich auch die Medienbranche verändert habe – es habe vielmehr digital stattgefunden. Er hob beispielsweise den digitalen Schadentalk per Web-TV hervor (»F+K war beteiligt«). Dennoch würden auch künftig Präsenzveranstaltungen wie die Würzburger Karosserie- und Schadenstage stattfinden, zeigte sich Simmert überzeugt. Schadennews baue das Web-TV-Format weiter aus und starte mit einem Branchentalk am 18.2. 2021 in Friedberg, bei dem Vertreter der Verbände ZKF, ZDK, BFL und BVdP verschiedene Themen diskutieren würden.

Eine Gesprächsrunde mit Vertretern des PPG-Querdenkerkreises rundete das Programm ab. Michaela Müller BMK Müller GmbH (Marbach), Marc Hiltscher, Hiltscher GmbH (Bergisch Gladbach), Michael Seidel, Seidel GmbH (Mainaschaff) und Andrea del Polito, Betriebsleiter Thedens GmbH (Düsseldorf) diskutierten mit Jochen Kleemann über die Herausforderungen der Digitalisierung. Einig waren sich die Gesprächsteilnehmer, dass die Digitalisierung dabei unterstützt habe, die Prozesse in den Betrieben effizienter zu gestalten. Zudem unterstütze sie bei der Generierung neuer Geschäftsfelder bzw. Kunden. Die Digitalisierung stelle ein großes Potenzial frei – jeder Betrieb müsse für sich entscheiden, wie weit der Digitalisierungsgrad im Unternehmen gehen soll. Das hänge auch vom regionalen Markt bzw. von den Kunden des Unternehmens ab.

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