Unfallinstandsetzung Die Chancen wahren

Von Konrad Wenz

Welcher K&L-Betrieb hat künftig noch eine Chance – über diese Frage diskutierte Christian Simmert unter anderem mit ZKF-Präsident Peter Börner. Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer in puncto Fachpersonal – Ausbilden und Halten sind die Herausforderungen der Zukunft.

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(Bild: Screenshot|Schadentalk)

Mit dem Hinweis auf die künftige „selektive Schadenlenkung“ der HUK Coburg eröffnete Christian Simmert, Chefredakteur Schaden.news die gestrige Web-Diskussion. Diskussionsteilnehmer waren ZKF-Präsident Peter Börner, PPG-Geschäftsführer Jochen Kleemann, Unternehmensberater Stephan Höslinger und der Geschäftsführer des K&L-Betriebs Brechlin, Mario Wiesner.

Peter Börner berichtete, dass die K&L-Betriebe in den Pandemiejahren 2020 und 2021 ihre Rücklagen nahezu vollkommen aufgebraucht hätten. Zudem hätten die Betriebe ihren Auftragsbestand vollständig abgearbeitet.

Das Jahr 2022 sei aber besser gestartet als erwartet: Die Auftragslage habe sich in den ersten beiden Monaten des Jahres gegenüber dem Dezember 2021 verbessert- die Betriebe würden langsam wieder Vorlauf aufbauen. Große Herausforderungen sieht Börner in den Bereichen Teileversorgung, Kosten und Fachpersonal. Dies bestätigten auch Mario Wiesner, Stephan Höslinger und Jochen Kleemann.

Aufgrund der immer weiter abnehmenden Verfügbarkeit von Ersatzteilen, könnten Fahrzeuge immer häufiger nicht fertiggestellt werden. Das führe nicht nur zu unzufriedenen Kunden und Platzproblemen im Betrieb, sondern auch zu Liquiditätsengpässen, weil die Reparaturaufträge nicht abgerechnet werden könnten. Die Kosten seien in den vergangenen Monaten explodiert, insbesondere für Energie und Material. Dies könne nur durch höhere Stundenverrechnungssätze aufgefangen werden. Peter Börner regte an, dass sich die Betriebe aufgrund der „allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung von alten Verträgen freischwimmen."

Das Problem des Fachkräftemangels könne nur dadurch behoben werden, dass die Betriebe ausbilden und sich so ihren Nachwuchs selbst ziehen. Aber auch hierfür seien bessere Konditionen in der Unfallinstandsetzung notwendig, denn auch die Verbesserung des Mitarbeiter-Know-hows beziehungsweise die Ausbildung neuer Mitarbeiter koste Geld. In diesem Zusammenhang nannte Börner den Stundenverrechnungssatz einer MB-Niederlassung. Da koste die Karosserie-Arbeitsstunde 298 Euro. „Die nehmen so viel Geld, um ihre Mitarbeiter gut zu entlohnen und in das benötigte Equipment investieren zu können“, führte Börner aus. An die Versicherer und Schadensteuerer sandte er die Nachricht, dass eine Veränderung der Stundenverrechnungssätze mindestens die immensen Kostensteigerungen abdecken müsse.

Um auch künftig ihre Chancen im Markt wahren zu können, sollten die Betriebe:

  • ihr direktes Umfeld genau beobachten
  • die Digitalisierung in die eigene Hand nehmen
  • für die fachliche Weiterbildung der Mitarbeiter sorgen
  • ihre Rentabilität und Nachhaltigkeit im Auge behalten
  • ihre Investitionsfähigkeit erhalten
  • und die Mitarbeiter einbeziehen, indem transparente Ziele kommuniziert werden.

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