VdL Durchwachsenes Lack- und Farbenjahr

Redakteur: Marion Fuchs

Der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V. zog im Februar in Frankfurt am Main Bilanz für das Jahr 2017.

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Auf der Wirtschaftspressekonferenz zog der VdL Bilanz für das Jahr 2017.
Auf der Wirtschaftspressekonferenz zog der VdL Bilanz für das Jahr 2017.
(Bild: VdL)

Hinter der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie liegt nach Verbandsangaben ein ausgesprochen durchwachsenes Geschäftsjahr. Ungeachtet der positiven wirtschaftlichen Rahmendaten erreichte das Jahr 2017 allenfalls durchschnittliche Ergebnisse. So reduzierte sich der Absatz von Lacken, Farben und Druckfarben insgesamt um 1,4 Prozent auf 1,7 Millionen Tonnen. Dennoch stieg der Umsatz mit 0,2 Prozent leicht an. Grund dafür ist, dass es den Unternehmen gelungen ist, die hohen Rohstoffkosten zumindest teilweise an die Kunden weiterzugeben. Die Beschäftigtenzahl blieb mit 25.000 Arbeitnehmern weitgehend stabil.

In der Bilanz 2017 zeigt sich die große Bandbreite der überwiegend mittelständisch geprägten Branche, in der die drei Hauptsegmente ökonomisch ganz unterschiedlich abgeschnitten haben:

Der Absatz von Industrielacken folgte der guten Marktlage der stark exportorientierten Branchen wie dem Maschinenbau und der Elektroindustrie. Hier konnte ein Mengenzuwachs von immerhin rund 1 Prozent erzielt werden. Insgesamt wurden damit 569.000 Tonnen Industrielacke im Wert von 3 Milliarden Euro in Deutschland abgesetzt.

Die in der Menge dominierenden Bautenfarben konnten hingegen vorerst nicht von der guten Baukonjunktur in Deutschland profitieren. Neben den Dispersions-/Innenwandfarben ging die Nachfrage auch bei den Bautenlacken und Lasuren deutlich zurück – es wurde in der Menge insgesamt 1,5 Prozent weniger eingekauft. Der Umsatz stagnierte bei 1,7 Milliarden Euro.

Bei den Druckfarben ging die Nachfrage im Publikationsbereich 2017 zurück. Besser schneiden die Verpackungsdruckfarben ab, insgesamt liegt aber der Rückgang bei den Druckfarben bei 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, das sind in Deutschland 271.000 Tonnen bei einem Umsatz von 705 Millionen Euro.

Import und Export bleiben fast unverändert: Der Export verbucht ein leichtes Plus von 1,2 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro, der Import wuchs um 1,3 Prozent auf 1,1 Milliarde Euro für Farben, Lacke und Druckfarben. Für 2018 rechnet die Industrie mit einem leichten Wachstum von jeweils rund 3 Prozent im Wert bzw. 1 Prozent in der Menge.

Prognosen für 2018

Für das Jahr 2018 erwartet der VdL eine moderate Belebung der Absatz- und Mengenzahlen in allen drei Segmenten. Die gut laufende Konjunktur im industriellen Sektor wird andauern, hier sind Zuwächse von über zwei Prozent in Sicht. Auch bei den Bautenfarben wird eine leichte Belebung des Geschäfts erwartet – im Nachlauf der enorm gestiegenen Bautätigkeit sind 2018 mengenmäßig durchaus Zuwächse von einem Prozent denkbar. Allein bei den Druckfarben wird es wohl auch im kommenden Jahr bei der Nachfrage wieder ein leichtes Minus geben.

Hemmschuh für die Konjunktur in der Lack- und Druckfarbenindustrie sind die Rohstoffpreise. So erreichten die Einkaufspreise bei Pigmenten im Herbst 2017 Höchststände, beim unverzichtbaren Weißpigment Titandioxid verschärfen Lieferengpässe die Situation zusätzlich. Lösemittel sind im Vergleichszeitraum Sommer 2016 um rund 15 Prozent teurer geworden. Der Preis für Titandioxid ist seit Sommer 2016 sogar um knapp 40 Prozent gestiegen.

Noch gar nicht berücksichtigt ist dabei die Diskussion um eine Einstufung des Weißpigments Titandioxid im Rahmen des Gefahrstoffrechts. Der für die Industrie unverzichtbare Rohstoff wird laut VdL zu Unrecht stigmatisiert, und ohne ausreichende wissenschaftliche Grundlage und vor eindeutig politischem Hintergrund. Bis zu 90 Prozent der auf dem Markt befindlichen Farben und Lacke wären betroffen.

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