HUK-Coburg Einstieg in den Gebrauchtwagenhandel

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Slawa Schaub

Der Versicherungskonzern HUK-Coburg startet in Düsseldorf testweise mit dem Verkauf von Gebrauchtwagen. Vertrieben werden sollen aber nicht etwa aufbereitete Unfallwagen, sondern Jungfahrzeuge von Handelspartnern.

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(Bild: HUK)

Bis spätestens Ende September wird der HUK-Versicherungskonzern mit dem Verkauf von Gebrauchtwagen starten. Einen entsprechenden Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ bestätigte ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage von »fahrzeug+karosserie«. Der Einstieg ins Gebrauchtwagengeschäft erfolgt den Angaben zufolge zunächst testweise.

Die ersten Schritte als Gebrauchtwagenhändler geht der Versicherer in Düsseldorf-Lierenfeld in einer angemieteten Immobilie. Wie groß das Mitarbeiterteam der „HUK-Autowelt“ werden soll, konnte der Sprecher noch nicht sagen, es sei wie das Projekt selbst noch im Aufbau. Sicher ist jedoch, dass über den Standort junge Gebrauchtwagen verkauft werden sollen. Woher die Fahrzeuge kommen, wollte der Sprecher zum jetzigen Zeitpunkt nicht näher erläutern. Man stehe „mit Handelspartnern in Kontakt“.

Die Wahl des Standorts Düsseldorf bezeichnete der HUK-Sprecher als Zufall, der Startschuss hätte auch andernorts im Großraum Rhein-Ruhr erfolgen können. Zur weiteren Zukunft des HUK-Gebrauchtwagenhandels gebe es keine konkreten Pläne, ebenso wenig zu den Verkaufszielen: „Momentan geht es nur um Düsseldorf und der Test muss erst einmal anlaufen.“ Über die Dauer der Testphase sei noch nicht entschieden worden.

Zielgruppe sind die HUK-Versicherten

Die HUK-Autowelt will mit ihrem Pilotprojekt zunächst nicht in direkte Konkurrenz zu der Vielzahl an Gebrauchtwagenhändlern in der Region treten. Vielmehr richte sich das Angebot an die HUK-Versicherten. Man werde die Kunden aus dem Adressbestand der Versicherung heraus generieren, so der Sprecher. An einen Ausbau des Versicherungsportfolios, etwa um Spezialversicherungen wie Gebrauchtwagengarantien, sei derzeit nicht gedacht.

Auch sei das Projekt nicht als Vertriebskanal für beschädigte Autos oder Unfallwagen zu sehen. Man wolle als „seriöser Partner Fahrzeuge in einem geprüften Qualitäts- und Pflegezustand“ anbieten, erklärte der Sprecher im Gespräch mit »fahrzeug+karosserie«. Damit erscheint das Pilotprojekt in Düsseldorf als weiterer Baustein der Unternehmensstrategie, den Versicherer zu einem umfassenden Mobilitätsdienstleister zu entwickeln. Anfang des Jahres war bereits bekannt geworden, dass die HUK in Großstädten ein eigenes Werkstattnetz, den HUK-Autoservice, mit 300 Betrieben als Zielgröße aufbauen will.

Mit dem testweisen Einstieg ins Gebrauchtwagengeschäft wolle die Versicherung ausloten, ob sich das Angebot als Kundenbindungsmaßnahme oder zum Ausbau des Dienstleistungsangebots eignet. Die HUK-Coburg sei derzeit der größte Kfz-Versicherer in Deutschland, so der Sprecher, „aber die Welt dreht sich weiter. Daher muss man seine Position immer neu überprüfen und den Kontakt mit den Kunden immer wieder neu suchen“. Am Ende der Entwicklung könne man sich die HUK als vielfältigen Dienstleister rund ums Auto vorstellen.

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 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Fachredakteur Management & Handel, Redaktion »kfz-betrieb«