MAN Elektrische Fahrerlebnisse

Autor / Redakteur: Jürgen Klasing / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Der Münchner Nutzfahrzeughersteller MAN gewährte Anfang Juli in Berlin einen Einblick in seine Angebote zur Elektromobilität. Von besonderem Interesse waren die ersten Fahrerlebnisse mit eTGE und eTruck auf Basis des TGM.

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Der eTGE wird zunächst nur als Kastenwagen mit 3640 mm Radstand und mittlerer Dachhöhe angeboten. Er soll eine Reichweite von 170 km und eine Zuladung von 1,0 Tonnen oder 1,75 Tonnen haben.
Der eTGE wird zunächst nur als Kastenwagen mit 3640 mm Radstand und mittlerer Dachhöhe angeboten. Er soll eine Reichweite von 170 km und eine Zuladung von 1,0 Tonnen oder 1,75 Tonnen haben.
(Bild: Klasing)

Erste Ausblicke, welche Fahrzeuge der Münchner Nutzfahrzeughersteller auf der diesjährigen IAA in Hannover präsentieren wird, gewährte MAN Anfang Juli in Berlin. Von besonderem Interesse waren erste Fahrerlebnisse mit den elektrischen Varianten von MAN: dem eTGE und dem eTruck auf Basis TGM. Außerdem wurden auf dem Flughafengelände BER die langen, geraden Zufahrstraßen zur Startbahn als Teststrecke für das Lkw-Platooning genutzt. Das automatische „Mitfahren“ eines zweiten Nutzfahrzeuges hinter dem Leadfahrzeug konnte hier demonstriert werden.

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Der elektrifizierte TGE, der eTGE wird zunächst nur als Kastenwagen mit normalem Radstand (3640mm), mittlerer Dachhöhe und ausschließlich Heckantrieb an die Kunden ausgeliefert. Seine Reichweite soll 170 Kilometer nach NEFZ-Zyklus betragen und bei der Zuladung sind Varianten mit 1,0 Tonnen oder 1,75 Tonnen möglich. Die Frage, wann erste Fahrgestelle für die Aufbauhersteller zur Verfügung stehen und in welche Konfiguration lieferbar sind, beantwortete der Nutzfahrzeughersteller so: Anfang 2021 sollen erste Fahrgestelle mit Einzelkabine und verschiedenen Radständen, sowie die Kastenvariante an die Aufbauhersteller ausgeliefert werden können. Ob dann der aktuelle Batteriepack mit 340 Kilogramm ausgeliefert wird oder eine verbesserte Version mit höherer Speicherleistung bei gleichem Gewicht, ist derzeit unklar. Außerdem stand erstmals der TGE mit einem Abrollcontainer am Testgelände.

Weitere Informationen finden Sie in der Ausgabe 8/2018 der »Fahrzeug+Karosserie«.

Fahrbericht: Testfahrt mit dem eTGE

Nach dem Einsteigen und Anschnallen stecken wir den Schlüssel in das Lenkradschloß und Treten auf das Bremspedal. Jetzt können wir den Schlüssel in Stufe zwei drehen und das Bordsystem reagiert mit einem Systemcheck, die Zeiger in der Anzeige stellen sich auf Null. Mit gedrücktem Bremspedal stellen wir den Gangwählschalter auf „D“ und aktivieren so die Ein-Gang-Automatik nach dem Elektromotor, die die Kraft auf die Vorderachse leitet. Erst wenn wir das „Gaspedal“ drücken, bewegt sich der eTGE vorwärts - zunächst langsam, aber je nach Druck auf das Gaspedal auch kräftig. Außen ist ein (künstliches) Fahrgeräusch zu hören, welches bis 30 Km/h per Lautsprecher ertönt. Bei voll durchgedrücktem Gaspedal erreichen wir schnell die abgeregelte Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h, die Anzeige der Leistungsabnahme steht jetzt auf Stufe 10.

Die Erfahrungen der MAN-Ingenieure bestätigen die Reichweite von ca. 170 Km in Abhängigkeit von Beladung, Witterung und Streckenprofil. „Verbrauchsgünstig“ wirkt sich der Stadtverkehr aus, weil hierbei viel Energie durch die Rekuperation zurückgewonnen werden kann. Die Produktion des eTGE soll ab August 2018 voll anlaufen und mit einer drei- bis viermonatigen Lieferzeit die Nachfrage bedienen.

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