GVA Ergebnisse der GVA-Jahresmitgliederversammlung 2016

Redakteur: Susanne Held

Die diesjährige Jahresmitgliederversammlung des Gesamtverband Autoteile-Handel e.V. in Hannover fand am 8. November statt. Aktuelle Themen der Automobilwirtschaft und wettbewerbspolitische Herausforderungen an die Unternehmen im Kfz-Ersatzteil-und Servicemarkt wurden erörtert.

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GVA-Präsident Hartmut Röhl sprach auf der Versammlung über aktuelle Themen in der Branche.
GVA-Präsident Hartmut Röhl sprach auf der Versammlung über aktuelle Themen in der Branche.
(Bild: (C) 2008 Dieter Hartmann)

Mehr als 250 Spitzenvertreter aus der Kfz-Teilehandel und Kfz-Teileindustrie nahmen an der Versammlung teil. Der wirtschaftliche Verlauf des Jahres 2016 wurde von ihnen als positiv bewertet. So konnten 76,6 Prozent der Unternehmen aus Kfz-Teilhandel und Kfz-Teilindustrie steigende Umsätze verbuchen, fast jeder dritte Betrieb konnte deutliche Zuwächse von mehr als fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum melden. 81,8 Prozent der GVA-Industriemitglieder konstatierten ein Umsatzplus, bei den GVA-Handelsmitgliedern waren es 72 Prozent. Rund 13 Prozent der Befragten berichteten von gleichbleibenden Umsätzen.

Auch die Umsatzerwartungen für das Gesamtjahr 2016 scheinen erfreulich. 72 Prozent der Kfz-Teilhändler sowie 86,4 Prozent der Kfz-Teilehersteller rechnen mit Zuwächsen. Die GVA-Mitgliedsunternehmen trauen der Branche demnach eine bessere wirtschaftliche Performance als der Gesamtwirtschaft in Deutschland zu.

Eine kritisch beobachtete Entwicklung ist die gezielte Ausrichtung von immer mehr reinen Online-Anbietern im Kfz-Ersatzteilmarkt an den Endverbraucher. „Der Autofahrer übernimmt in diesem Fall die Fehlerdiagnose, die Identifikation des benötigten Ersatzteils sowie die Auswahl des Herstellers und Anbieters in Eigenregie – vom Einbau erst gar nicht zu sprechen. Daraus können für den Laien und letztlich auch für die Verkehrssicherheit Risiken erwachsen. Wir empfehlen dem Autofahrer daher, benötigte Ersatzteile in der Werkstatt seines Vertrauens zu kaufen und dort auch verbauen zu lassen.“, erläutert Präsident Hartmut Röhl.

In der Diskussion bezüglich der Liberalisierung des Marktes für sichtbare Kfz-Ersatzteile wie Motorhauben, Kotflügel, Außenspiegel, Scheiben, Scheinwerfer und Rückleuchten gab es Fortschritte. Die EU-Kommission veröffentlichte im Sommer eine juristische Studie die bilanziert, dass die Einführung der vom GVA, weiteren Vertretern des freien Marktes, sowie der Verbraucher geforderten Reparaturklausel wünschenswert und notwendig sei. „Es gibt wohl kaum ein Thema, das wissenschaftlich in allen Aspekten derartig intensiv durchleuchtet wurde wie der Markt für sichtbare Kfz-Ersatzteile. Der Tenor ist stets eindeutig gewesen: Die Reparaturklausel muss kommen! Wir begrüßen, dass die EU-Kommission sich weiterhin in der Sache engagiert und setzen uns dafür ein, dass sich auch die deutsche Bundesregierung endlich dazu durchringt, das bestehende und für die Autofahrer in Deutschland unverschämt teure Monopol der Fahrzeughersteller zu durchbrechen.“, so GVA-Präsident Hartmut Röhl.

Einmal mehr musste der GVA dieses Jahr zudem gegen Fahrzeughersteller und auch Autohäuser vorgehen, die in ihrer Kommunikation Autofahrer mit rechtswidrigen Aussagen über den drohenden Verlust von Garantie-oder Gewährleistungsansprüchen bei Inanspruchnahme von Services oder bei der Verwendung von Teilen des freien Marktes in die Irre führten. Nachdem sich die Situation in den letzten Jahren eher beruhigt hatte, kritisierte Röhl dieses Verhalten scharf.

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