Oldtimer Ersatzteile selber drucken

Redakteur: Stefan Dietz

Eine rege Diskussion entbrannte beim ZAK-Forum 2016 über den 3-D-Drucker. Das Werkzeug soll künftig Lieferschwierigkeiten insbesondere bei Oldtimer-Ersatzteilen beseitigen.

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Die ZAK-Forum-Teilnehmer zeigten großes Interesse am 3-D-Drucker.
Die ZAK-Forum-Teilnehmer zeigten großes Interesse am 3-D-Drucker.
(Bild: ZAK)

Kfz-Ersatzteile bald nur noch aus dem 3-D-Drucker? Um diese neue Produktionsmethode ging es unter anderem beim ZAK-Forum 2016 in Niedernhausen (ZAK = Zertifizierte und anerkannte hauptberufliche Kfz-Sachverständige).

Dr. Peter König, Professor für Fahrzeugtechnik an der Hochschule Trier erläuterte kurz, welchen finanziellen Aufwand es für die Fahrzeughersteller bedeutet, bei der steigenden Variantenvielfalt auch langfristig ein komplettes Ersatzteilsortiment vorhalten zu können. So sind schon heute Lieferengpässe bei erst acht Jahre alten Autos keine Ausnahme mehr.

Bei Oldtimern boomt der Markt für originalgetreue Ersatzteile derzeit, wobei diese nicht unbedingt mithilfe der gleichen Produktionstechnologien hergestellt worden sein müssen. So werden die Oberflächen der klassischen Bauteile oft im Original per Laserscanner abgetastet, digitalisiert und die Daten mithilfe von CAD-Tools bearbeitet. Selbst aus defekten und zerstörten Bauteilen können so Datensätze für die Herstellung eines funktionstüchtigen Ersatzteils abgeleitet werden.

Wie groß der Bedarf an speziellen Ersatzteilen in der Oldtimerbranche ist, erläuterte anschließend der Geschäftsführer der Classic Data, Martin Stromberg. Der Oldtimerexperte führte in seinem Beitrag „Was braucht der Markt? - Der Ersatzteilbedarf für Oldtimer“ zahlreiche Beispiele für Bauteile an, die auf dem freien Markt nicht mehr erhältlich sind und für die sich eine Neuauflage aufgrund der geringen Nachfrage keinesfalls lohnen kann. Eben diese Lücke sollte jetzt der 3-D-Drucker aufgrund der vergleichsweise geringen Investitionskosten schließen.

Kritisch sieht der Experte jedoch die eingeschränkte Originalität des so vervollständigten Fahrzeugs sowie die technische Zuverlässigkeit und Zulassungsfähigkeit für verschiedene Bauteile. Bei diesen Punkten gibt es noch viel Klärungsbedarf, wie auch die anschließende rege Diskussion bestätigte.

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