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Sachverständigenforum 2017 Es geht ums Geld

| Autor / Redakteur: Konrad Wenz / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Honorarabrechnungen von Sachverständigen geraten immer wieder in den Fokus der Versicherungen. Ein BGH-Urteil aus dem Jahr 2016 hat klargestellt, was der Sachverständige berechnen darf. Demnach sind Gutachtenkosten für die Schadenbehebung ein erforderlicher Aufwand.

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Rechtsanwalt Elmar Fuchs von Autorechtaktuell.de führte ebenso sachkundig und kurzweilig durch das Programm.
Rechtsanwalt Elmar Fuchs von Autorechtaktuell.de führte ebenso sachkundig und kurzweilig durch das Programm.
(Bild: Jan Rosenow)

Rechtsanwalt Elmar Fuchs machte gleich zu Beginn des Kfz-Sachverständigenforums in Würzburg klar: „Es geht um Ihr Geld.“ Die Fachzeitschriften »Kfz-Schadenmanager« und »kfz-betrieb« veranstalteten das Kfz-Sachverständigenforum erstmals gemeinsam mit den Sponsoren DAT und GTÜ im Vogel Convention Center. Fuchs, Geschäftsführer des Bundesverbands freiberuflicher Sachverständiger für das Kraftfahrzeugwesen (BVSK), führte aus, dass seit 1994 die Versicherungen immer wieder gegen die Honorare für Sachverständige vorgegangen seien.

Die erste Welle der Kürzungsversuche hätten damals die Vereinigte Versicherung, die Allianz und die HUK-Coburg initiiert. Seitdem hätten die Versicherungen quasi abwechselnd immer wieder versucht, die Sachverständigenhonorare zu kürzen. Für den einzelnen Sachverständigen sei dies ein unhaltbarer Zustand. „Der professionell arbeitende Sachverständige kann es sich auf Dauer einfach nicht leisten, in etwa 30 Prozent aller Gutachten sein Honorar vor Gericht durchzusetzen“, erklärte Fuchs.

Mit 120 Teilnehmern gleich bei der Erstauflage zeigte das Kfz-Sachverständigenforum, dass es in der Branche viel zu besprechen gibt.
Mit 120 Teilnehmern gleich bei der Erstauflage zeigte das Kfz-Sachverständigenforum, dass es in der Branche viel zu besprechen gibt.
(Bild: Jan Rosenow)

Unabhängig bleiben

In diesem Zusammenhang wird immer wieder propagiert, dass sich Sachverständige mit dem Geschädigten und/oder der Werkstatt zusammentun sollten, um gemeinsam gegen die Kürzungswut der Versicherer vorzugehen. Hiervor warnte Fuchs eindringlich: „Der Sachverständige darf sich nicht zum verlängerten Arm einer der am Geschehen beteiligten Gruppen machen. Er hat nur dann eine Überlebenschance, wenn er unabhängig bleibt.“ Der Gutachter müsse sich diese Unabhängigkeit verdienen können, das heißt, er müsse von der Erstellung der Gutachten leben können. Sei dies nicht mehr gegeben, werde der Sachverständige nicht mehr gebraucht. Denn niemand beauftrage einen Gutachter, wenn dieser ständig parteiisch sei. Die Kürzungsversuche der Versicherungen sind vor dem Hintergrund ihrer wirtschaftlichen Ergebnisse durchaus nachvollziehbar.

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