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Exotisches Auto für Technikfreaks

| Redakteur: Redaktion Fahrzeug + Karosserie

Im ehemaligen Karmannwerk in Osnabrück, heute zum Volkswagenkonzern gehörend, wird in einer Kleinserie der VW XL1 hergestellt.

(Archiv: Vogel Business Media)
Journalisten durften sich die Produktionshallen anschauen, allerdings wurde für diese Zeit die Fertigung angehalten.

Insgesamt werden beim XL1 32 Außenhautteile lackiert; sechs davon sind Sichtkarbonteile. Die CFK-Bauteile werden speziell auf das Lackieren vorbereitet. Damit trotz einer dünnen und leichten Lackschicht die gewünschte Qualität erreicht wird, erhalten die Bauteile eine spezielle Vliesschicht oder einen Harzfilm als Deckschicht. Der Lack selbst besteht aus drei Schichten: Der Grundierung mit Füller folgt der Basislack – die farbgebende Schicht. Als abschließende Schicht wird dann vor dem Hintergrund einer hohen Kratzfestigkeit und UV-Beständigkeit Klarlack verwendet. Im Innenraum wird hingegen entweder ein Dekorlack in „Perlgrau matt“ oder – auf Sichtkarbonteile wie die Schweller – ein mattierter Klarlack aufgetragen. Gleiches gilt für die Dachstruktur, bei der Volkswagen im Hinblick auf das Gewicht und den Freiraum der Passagiere auf Verkleidungsteile verzichtete.

Der Vorderwagen

Im Anschluss an das Lackieren kommen alle Komponenten in die Fertigmontage. In einem ersten Schritt wird dabei der Vorderwagen mit der vorgefertigten Bodenplatte komplettiert. Das Modul dieser Bodenplatte besteht unter anderem aus der Doppelquerlenker-Vorderachse samt Schwenklager (gefertigt aus Alu-Druckguss), dem Stabilisator (gefertigt aus CFK), einer kleinen 12-Volt-Batterie für das Bordnetz und den vorderen Keramik-Bremsscheiben. Ebenfalls vorn integriert wird die Hochspannungs-Batterie für den Plug-In-Hybridantrieb. Eine Besonderheit ist zudem die Einbauposition der Klimaanlage: Standardmäßig wird die Anlage im Fahrzeuginneren eingebaut. Aus Platzgründen ist das aber im Fall des XL1 nicht möglich; deshalb wird die Klimaanlage ebenfalls im Frontbereich in einer speziellen Isolierkapsel montiert.

Heck und Interieur

Das Zusammenführen des Antriebs mit der Karosserie findet nach der Montage des Vorderwagens statt. Der komplette Triebsatz (Zweizylinder-TDI-Motor, E-Motor und 7-Gang-DSG) wird im Heck eingebaut. Die aus Alu-Druckguss gefertigte Hinterachse samt Antriebswellen und Keramik-Bremsscheiben sowie der CFK-Stabilisator vervollständigen die im Heck integrierten Komponenten.

Parallel wird an dieser Station das Cockpit mittels dazugehörigem Magnesiumträgers eingebaut. Aufgrund der Kleinserie ist eine Vormontage des Cockpits beim XL1 anders als in der Großserie nicht vorgesehen; alle Cockpit-Einzelteile werden vielmehr im Fahrzeugaufbau montiert. Die Schalttafel selbst besteht aus einem nur 1,4 mm starken Holzfaserformstoff, der in einem speziellen Pressverfahren hergestellt wird.

Frontscheibe, Türen und Räder

Der XL1 nimmt nun immer mehr Gestalt an. Nach der Montage der Antriebseinheit folgt der Einbau der lediglich 3,2 mm starken Verbundglas-Frontscheibe. Darüber hinaus werden die Flügeltüren (inklusive Türaußenbetätigung) wieder eingebaut; deren exakte Position und Ausrichtung wurde zuvor an der Fertigungsstufe II fixiert. Über Zentrierbolzen wird darüber hinaus die Fronthaube an das Monocoque gesteckt. Last but least erhält der XL1 an dieser Station seine Magnesium-Räder. Bestückt sind sie mit Leichtlaufreifen der Dimension 115/80 R15 (vorn) und 145/55 R16 (hinten).

Komplettierung der Türen

Die Flügeltüren sind die komplexesten Anbauteile der XL1-Karosserie. Nach dem Einbau der lackierten Tür und der Integration der Fensterheber folgt unter dem Einsatz spezieller Montagevorrichtungen das Einkleben der seitlichen Kunststoffscheiben. Der größere Teil der Scheiben ist fest mit der Türenaußenhaut verbunden; ein Segment des unteren Bereichs der Seitenscheiben kann indes geöffnet werden. Abschließend werden die Rückfahrkameras in ihr Gehäuse gesetzt und die e-Mirrors (digitale Außenspiegel) an die CFK-Außenhaut der Tür montiert.

 

 

 

 

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