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Citroën Fahrzeug für die "kleinen" Leute

| Redakteur: Marion Fuchs

In der Reihe der legendären Modelle, die der französische Autobauer anlässlich seines 100jährigen Bestehens Revue passieren lässt, ist in diesem Monat der 2CV an der Reihe.

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Das „hässliche“ Entlein als Symbol der Freiheit.
Das „hässliche“ Entlein als Symbol der Freiheit.
(Bild: Citroen)

Der 2CV wurde zum Symbol der Freiheit. Passend zum 100-jährigen Geburtstag erinnert die Marke Citroën an ihre legendärsten Modelle. Auf zwei der ersten Fahrzeuge mit dem Doppelwinkel, den Typ A 10 HP von 1919 und den 5 HP von 1922, folgten die Vorkriegsmodelle „Rosalie“ (1932) und Traction Avant (1934). Die Reihe wird nun mit dem 2CV fortgesetzt.

Bereits Mitte der 1930er Jahre begann Citroën das Projekt eines preiswerten Volksautos, dem künftigen Citroën 2CV. 1939 war das „Toute Petite Voiture“ (TPV) fertig. Aufgrund des Kriegsbeginns fand der Pariser Automobilsalon, auf dem das TPV präsentiert werden sollte, jedoch nicht statt. Die 250 bereits gebauten Prototypen wurden verschrottet oder versteckt.

„Hässliches Entlein“

Enthüllt wurde der Citroën 2CV, ein im Vergleich zum TPV komplett überarbeitetes Modell, dann erst neun Jahre später, am 7. Oktober 1948, auf dem Pariser Automobilsalon. Die erste Kleinlimousine mit Vorderradantrieb weltweit bot ausreichend Platz, war unprätentiös, sympathisch, sparsam und eroberte so das Publikum. Der Citroën 2CV war Ausdruck einer neuen Philosophie des Individualverkehrs – ein Fahrzeug für die „kleinen Leute“ – und wurde schnell zu einem Symbol der Freiheit und der Lebensfreude. Ein niederländischer Journalist bezeichnete das neue Modell als „hässliches Entlein“ und begründete mit dieser Aussage den insbesondere im deutschsprachigen Raum üblichen Spitznamen.

Wegen der knappen Rohstoffe konnte Citroën anfangs nur eine geringe Stückzahl produzieren. Es entstanden kurzzeitig Wartezeiten von bis zu sechs Jahren. Der Kaufpreis für den Citroën 2CV war niedrig, ebenso die Unterhaltskosten. Der kleine Hubraum schlug sich in einer günstigen Steuerklasse nieder.

Karosserie und Fahrwerk

Der viertürige Stahlaufbau des Citroën 2CV war nicht selbsttragend konstruiert und wie die meisten Anbauteile mit dem Fahrgestell, einem Kastenrahmen, verschraubt. Statt eines festen Fahrzeugdachs aus Stahl war das Fahrzeug mit einem aufrollbaren Verdeck aus Vinyl ausgestattet, um Stahlbleche zu sparen und das Fahrzeug leichter zu machen. Die Einfachheit der gesamten Karosserie ermöglichte eine kostengünstige Produktion.

Eine gute Geländegängigkeit und auch eine erhebliche Seitenneigung bei Kurvenfahrten zeichneten das Fahrverhalten des Citroën 2CV aus. Anfangs waren alle Fahrzeuge rundum mit Trommelbremsen ausgerüstet. Ab 1981 wurden vorne Scheibenbremsen eingebaut.

Der neu entwickelte, luftgekühlte Zweizylinder-Boxermotor mit einem Hubraum von anfangs 375 cm³ leistete 6,6 kW (9 PS) und war erstmals serienmäßig mit einem Viergang-Getriebe ausgerüstet. Es folgten zahlreiche weitere Entwicklungsstufen.

Im Frühjahr 1951 wurde ein Lieferwagen auf Basis des 2CV eingeführt. Er unterschied sich von der Limousine ab der B-Säule durch einen kastenartigen geräumigen Laderaum. Die Beladung der „Kastenente“ erfolgte über zwei Flügeltüren am Heck.

Bis 1990 fanden mehr als 5,1 Millionen Fahrzeuge (inklusive Kastenwagen) einen Abnehmer. Nachdem der letzte 2CV am 27. Juli 1990 das Citroën-Werk in Mangualde (Portugal) verlassen hatte, entwickelte sich die „Ente“ zum Kultfahrzeug. Wie kaum ein anderes Modell steht es heute für Freiheit, französischen Charme, Nonkonformismus und Abenteuer. Für viele Besitzer spiegelt sie darüber hinaus das Lebensgefühl gleich mehrerer Generationen wider.

In Deutschland sind Sammler und Liebhaber des Modells vorrangig im Citroën Club Rhein-Ruhr e.V. und im André Citroën Club organisiert.

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