Automechanika Fokus auf Besucherfreundlichkeit

Autor / Redakteur: Edgar Schmidt / Slawa Schaub

Ein überarbeitetes Ausstellungskonzept soll die weltgrößte Messe für Werkstattausrüstung, Ersatzteile und Zubehör für Fachbesucher in diesem Jahr noch interessanter machen.

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Die 24. Auflage der Automechanika läuft vom 13. bis 17. September in Frankfurt.
Die 24. Auflage der Automechanika läuft vom 13. bis 17. September in Frankfurt.
(Bild: Messe Frankfurt)

Bereits bei der ersten Automechanika 1971 in Frankfurt bildete der Bereich, der heute „Repair & Maintenance“ heißt, den Kern der Messe. Er war damit die Keimzelle, um die herum sich in den letzten 45 Jahren die weltgrößte Fachmesse für Werkstattausrüstung und Service entwickelt hat. Auch heute noch haben Produkte, Services und Dienstleistungen für Werkstattausrüstung, Werkzeuge, Lackierung oder Karosserieinstandsetzung, Abschleppdienst, Unfallhilfe oder mobile Services einen besonderen Stellenwert auf der Messe. Insbesondere der Bedarf an Produkten und Services für Klimaanlagen, Prüfsysteme und die konzeptionelle Unterstützung in der Werkstatt ist laut Messe Frankfurt in den letzten Jahren gestiegen. Diesem Trend trägt die 24. Auflage der Automechanika vom 13. bis 17. September auf dem Frankfurter Messegelände Rechnung. Die Messegesellschaft hat die Schwerpunkte bei der Hallenbelegung neu festgelegt.

Halle 8 und 9 gleichwertig besetzt

Im Fokus stehen dabei die Hallen 8 und 9, die traditionell ein wichtiger Anziehungspunkt für Fachbesucher aus der Werkstatt sind. Um die Qualität hier weiter zu steigern, fokussiert sich die Automechanika in den beiden Hallen auf das stark gewachsene Angebot für Produkte und Dienstleistungen rund um die Werkstattausrüstung und Services. Hier finden Fachbesucher in diesem Jahr zusätzlich zu allen traditionell in der Halle 8 ausstellenden mittelständisch geprägten Werkstattausrüstern auch die Global Player aus dem Ersatzteilbereich – darunter zum Beispiel neben Bosch und Mahle Service Solutions auch Automobilhersteller wie Peugeot Citroën.

Peugeot/Citroën: Service für alle Marken

Der französische Automobilhersteller nutzt seinen Auftritt in der Halle 9.0 für die internationale Vorstellung der neuen Marke „Euro Repar Car Service“. Dabei handelt es sich um ein Netz markenunabhängiger Werkstätten für Wartung und Reparatur. Das Netz, das 2015 aus dem Zusammenschluss der Systeme „Eurorepar“ und „Moaquip Car Service“ hervorging, verfügt nach eigenen Angaben europaweit bereits über rund 2.000 Werkstätten, die streng nach Herstellervorgaben Fahrzeuge aller Marken warten und reparieren. „Die Automechanika in Frankfurt ist für uns exakt das richtige Forum, um potenzielle Interessenten anzusprechen und das Netz weiter auszubauen“, erläutert René Bernhard Tchamendje von der Peugeot Citroën Deutschland GmbH.

Hella Gutmann: Mehr Produkte, mehr Fläche

Durch die neue Struktur vollzieht zum Beispiel Hella Gutmann Service Solutions einen Standortwechsel. War der Servicespezialist aus Ihringen in den letzten Jahren traditionell in Halle 8 präsent, zeigt er seine Produkte und Dienstleistungen für Werkstätten in diesem Jahr erstmals in Halle 9. Der neue Standort ist die logische Konsequenz aus der in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsenen Produktpalette des Unternehmens. Der neue Messestand der Hella Gutmann Solutions bietet mit rund 750 Quadratmetern Fläche genug Platz für die breite Produktpalette aus Daten, Software und Geräten für Diagnose, Abgastest, Lichteinstellung, Klimaservice und Systemprüfungen sowie die entsprechende Messtechnik. „Von der neuen Platzierung direkt am West-Eingang der Halle 9 versprechen wir uns einen positiven Effekt, da wir für Werkstätten, Handelspartner und Gesprächspartner aus der Automobilindustrie besonders schnell erreichbar sind“, sagt Uwe Neff, Leiter Vertriebsmarketing bei Hella Gutmann.

Auf praxisnahe Angebote und die Nähe zu den Fachbesuchern setzt auch TÜV Nord Mobilität, der in diesem Jahr erstmals als Einzelaussteller mit eigenem Stand auf der Automechanika vertreten ist. Auf dem Stand F 70 in Halle 9 präsentieren die Sicherheitsexperten aus Hannover ihr umfassendes Dienstleistungsspektrum für Werkstätten und Autohäuser. Ein Highlight wird dabei das TÜV-Nord-Schadenportal sein, eine gemeinsame Plattform für alle Beteiligten bei der Schadenregulierung nach Unfällen.

Richtig digitalisieren

Zu den Ausstellern in Halle 9.1 zählt auch die Cormeta AG, ein IT-Unternehmen aus Ettlingen, das unter anderem auf All-in-One-Business-Software auf SAP-Basis spezialisiert ist. Die IT-Experten präsentieren eine neue Werkstatt-Software auf Basis von SAP Tradesprint. Das Besondere ist laut Unternehmensangaben ihre Multichannel-Tauglichkeit. Cormeta-Vorstand Holger Behrens beschreibt, worauf es heute beim Teilehandel ankommt: „Kunden bestellen direkt bei ihrem Händler, aber auch über Webshops oder Portale. Die Herausforderung für den Kfz-Teilehandel heißt: Wie kann ich meine Organisation auf den digitalen Wandel von morgen vorbereiten?“ Diesen Wandel unterstützt die Cormeta AG mit ihrem Produkt, das alle Geschäftsprozesse in einer Anwendung über sämtliche Kanäle abbilden kann.

Damit ist das Unternehmen in bester Gesellschaft, denn auch viele der traditionsreichen Anbieter in den Hallen 8 und 9 werden sich mit ihren Produkten und Services in diesem Jahr verstärkt der wachsenden Digitalisierung von Serviceprozessen widmen.

Auch traditionelle Aussteller wie MAHA, Snap-On, Nussbaum, Autop Maschinenbau oder Texa, die in der Vergangenheit vor allem mit imposanten Ständen und schweren Exponaten für die Werkstattausrüstung zu begeistern wussten, integrieren immer häufiger Elektronik und Software in ihre Produkte, um neue, digitalisierte Prozesse im Service zu ermöglichen. Das gilt auch für Aussteller von Reifenserviceprodukten, die in diesem Jahr verstärkt in Frankfurt vertreten sind, darunter Corghi, Ravaglioli oder Werther. Auch im Reifenmarkt greift die Digitalisierung immer stärker um sich, und man darf gespannt sein, welche Lösungen die spezialisierten Anbieter in Frankfurt vorstellen werden.

Mit der Neuausrichtung und der weiteren qualitativen Zusammenstellung von Ausstellern und Ausstellungsangebot in den Hallen 8 und 9 setzt die Messe Frankfurt den in den letzten Jahren eingeschlagenen Kurs konsequent fort. Damit profitieren Messebesucher in diesem Jahr noch stärker von der Aufwertung, die vor allem die Halle 9 erfahren hat, weil durch den Neubau der Halle 11 der Haupteingang verlegt wurde.

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