Renault Gebrauchtwagenaufbereitung und Recycling statt Neuproduktion

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Der französische Autobauer geht in seiner Hauptstadtfabrik Flins einen neuen Weg. Wo heute noch der Zoe vom Band läuft, soll ein Zentrum für die Kreislaufwirtschaft im Automobilbau entstehen. Auto, Batterien und Wertstoffe werden künftig nicht verschrottet, sondern immer neu verwertet.

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Renault will in seinen Fabriken künftig keinen Abfall mehr produzieren, sondern Wertstoffe und ganze Fahrzeuge aufbereiten und wiederverwerten.
Renault will in seinen Fabriken künftig keinen Abfall mehr produzieren, sondern Wertstoffe und ganze Fahrzeuge aufbereiten und wiederverwerten.
(Bild: Renault)

Renault baut seine Fabrik in Flins zu einem „Zentrum für Kreislaufwirtschaft rund um die Mobilität“ um. Die sogenannte Re-Factory solle als Anlage für die Kreislaufwirtschaft dazu beitragen, die CO2-Emissionen von Renault zu senken. Neue Autos sollen in dem traditionsreichen Renault-Werk im Großraum Paris nur noch bis 2024 vom Band laufen.

Renault sieht die Re-Factory als neues industrielles Modell für nachhaltige Mobilität und als „neuen Impuls für Renault und seine Mitarbeiter, und für die Dynamik der gesamten Region“, sagte Jean-Dominique Senard, Präsident des Renault Verwaltungsrates, laut einer Pressemitteilung. Er zielt damit auf den Sparkurs des Autobauers ab, der im Frühjahr den Abbau von rund 15.000 Stellen angekündigt hatte. Mit der Transformation durch die Re-Factory werden nun alternative Stellen geschaffen.

Werk soll Leuchtturm der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens werden

In Flins produziert Renault noch bis voraussichtlich 2024 das Modell Zoe. In dem Werk waren Ende 2019 rund 2.600 Menschen beschäftigt. In zehn Jahren sollen es mehr als 3.000 Mitarbeiter sein. Ziel der künftigen Anlage ist es laut Renault-Chef Luca de Meo, Kreislaufwirtschaft, Emissionsreduzierung, Entwicklung von Kompetenzen und die Schaffung neuer wertschöpfender Aktivitäten miteinander zu verbinden. Bis zum 2030 soll sie mit einer negativen CO2-Bilanz zum Leuchtturm der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens werden.

Insgesamt sind für die Re-Factory verschiedene Aufgabenfelder angedacht: Unter anderem werden die Batterien von Elektrofahrzeugen wieder aufbereitet oder aber einem alternativen Verwendungszweck durchgeführt. Daneben wollen auch alle anderen Wertstoffe von Altautos in den Verwertungskreislauf gebracht werden und generell industrielles Know-how für die Kreislaufwirtschaft aufgebaut werden.

Ein weiteres Ziel ist eine generelle Ressourcen-Einsparung durch die „Verlängerung der Lebensdauer eines Fahrzeugs“. Als Beispiele nennt Renault die Aufbereitung von Gebrauchtfahrzeugen, Reparaturdienste für Fahrzeugflotten oder die Teileproduktion mit Hilfe von 3D-Druckern.

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