Landesinnungsverbände Ost Gemeinsam stärker

Von Konrad Wenz

Am 23. 4. fand im thüringischen Apolda die gemeinsame Verbandstagung der Landesverbände Berlin, Brandenburg, Potsdam, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen statt. Landesinnungsmeister Harald Scholz hatte mit seiner Mannschaft ein informatives und unterhaltsames Tagungsprogramm zusammengestellt.

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Fünf Landesverbände unter einem Dach: Der Landesverbandstag Ost im Autohaus Scholz in Apolda.
Fünf Landesverbände unter einem Dach: Der Landesverbandstag Ost im Autohaus Scholz in Apolda.
(Bild: Wenz|»Fahrzeug+Karosserie«)

Die gemeinsame Verbandstagung der Landesverbände Berlin, Brandenburg, Potsdam, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen startete am Freitag mit einem abendlichen „Get-together“. Hier hatten die Teilnehmer bei einem geselligen Abend die Gelegenheit, in der Vereinsbrauerei Apolda zu Netzwerken und verschiedene Original Apoldaer Biere zu probieren.

Zum Landesverbandstag begrüßte Landesinnungsmeister Harald Scholz die Teilnehmer in seinem Unternehmen, Autohaus Scholz & Karosseriecenter Oberroßla. Scholz bedankte sich für die rege Teilnahme am Landesverbandstag und begrüßte insbesondere Peter Börner, ZKF-Präsident, den Erfurter Handwerkskammerpräidenten Stefan Lobenstein, die Landesinnungsmeister und Vertreter der anwesenden östlichen Landesinnungen sowie die befreundeten Landesinnungsmeister Thomas Schneider (Bayern) und Frank Jensen (Baden-Württemberg).

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Der im Programm angekündigte Überraschungsgast war Staatssekretär Carsten Feller vom Wirtschaftsministerium Thüringen. Feller bedankte sich für das ehrenamtliche Engagement von Harald Scholz, der erst kürzlich dafür mit der goldenen Ehrennadel des Handwerks ausgezeichnet worden war. Die Gesellschaft brauche das Ehrenamt, so Feller. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen machte er auf die Besonderheiten des Landes Thüringen aufmerksam. Dabei hob er den Fachkräftemangel in Thüringen hervor. „Die Fachkräftesicherung ist eine der großen künftigen Herausforderungen“, sagte Feller. Ein wichtiger Bestandteil der Fachkräftesicherung sei die qualifizierte Ausbildung im Handwerk. Allerdings gebe es hierfür aufgrund des demografischen Wandels immer Bewerber. Feller konstatierte, dass im vergangenen Jahr viele der zu besetzenden Ausbildungsplätze frei geblieben seien. „Früher hatten wir viele Bewerber für wenige Ausbildungsplätze, heute reißen sich viele Betriebe um einen Auszubildenden“, beschrieb Feller das Problem, ohne allerdings eine Lösung hierfür anbieten zu können.

ZKF-Präsident Peter Börner machte auf die Probleme aufmerksam, die aktuell durch den Krieg in der Ukraine hervorgerufen werden. Die Aufbauhersteller hätten zwar in der Regel volle Auftragsbücher, könnten allerdings aufgrund fehlender Fahrgestelle nichts umsetzen. Ein Übriges zur schlechten wirtschaftlichen Entwicklung würden explodierende Energie- und Materialkosten beitragen. Gerade beim Material würden die Aufbauhersteller derzeit ein nicht zu kalkulierendes Risiko eingehen. Denn derzeit könne niemand sagen, wie sich die Preise entwickeln. Lege sich der Aufbauhersteller das Material für bestehende Aufträge auf Lager und die Fahrgestelle würden auf längere Zeit nicht geliefert, wirke sich das in jedem Fall negativ auf das Ergebnis aus. Einen Ausweg aus dem Dilemma konnte Börner nicht aufzeigen. Allerdings hat der ZKF Musterverträge vorbereitet, die eine Preisanpassungsklausel beinhalten. Hierdurch lässt sich das Betriebsrisiko etwas reduzieren.

Aber auch die Betriebe des instandsetzenden Gewerbes, insbesondere in der Schadenlenkung, hätten derzeit wenig zu lachen. Auch hier seien explodierende Material- und Energiekosten ein großes Problem. Schadenlenkungsbetriebe hätten kaum die Möglichkeit, ihre Stundenverrechnungssätze an die aktuellen Entwicklungen anzupassen. Darüber hinaus würden Versicherer nach wie vor eingereichte Rechnungen willkürlich kürzen. „Der ZKF hat sich diesbezüglich viel vorgenommen“, sagte Börner. Der Verband wolle im Rahmen seiner (Teil-)-Exit-Strategie (für die Betriebe aufzeigen, dass ein Betrieb mit weniger Mitarbeitern (Börner sprach von drei produktiven Kräften bei durchschnittlich 11 Mitarbeitern in den Betrieben) und einem 30prozentigen Umsatzrückgang das Ergebnis nahezu verdoppeln ließe.

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