Kommentar ZKF-Branchenbericht Genau wie im letzten Jahr?

Autor / Redakteur: Konrad Wenz / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Bereits im ZKF-Branchenbericht 2015 hieß die Überschrift beim herstellenden Karosserie- und Fahrzeugbau: „Gesunkener Umsatz – fallendes Ergebnis“ – eine Parallele zur Neuauflage des Branchenberichts. Nur die Auswirkungen auf die Ergebnisse der Betriebe sind diesmal deutlicher spürbar.

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Das operative Ergebnis (Ebitda) im herstellenden Karosserie- und Fahrzeugbau verschlechterte sich gegenüber dem Vorjahr von 105.392 Euro auf 40.616 Euro, heißt es im ersten Satz des ZKF-Branchenberichts 2016. Diese Entwicklung darf durchaus als dramatisch angesehen werden: Denn von der durchschnittlich erwirtschafteten Gesamtbetriebsleistung (4,56 Millionen Euro) bleiben gerade mal 0,9 Prozent als operatives Ergebnis hängen. Im Vorjahr waren es immerhin noch 2,3 Prozent. Der Ebitda (earnings before interest, taxes, depreciation and amortization) bezeichnet das Ergebnis vor Zinsen, Steuern sowie Abschreibungen und betrug im Durchschnitt absolut gerade noch 40.616 Euro. Wovon die Unternehmer da noch überlebenswichtige Investitionen tätigen sollen, bleibt ein Rätsel.

Verbesserte Ergebnisse

Parallelen zum Vorjahr gibt es auch im Bereich der Karosserie-Instandsetzung und -lackierung. Allerdings sind diese um einiges erfreulicher, da es hier wiederholt um steigende Umsätze und Ergebnisse geht: Die reparierenden K&L-Fachbetriebe verbesserten sich im operativen Ergebnis um 0,2 Prozentpunkte auf 4,8 Prozent der gesamten Betriebsleistung. Allerdings liegt der Ebitda 2016 mit absolut 78.384 Euro in diesem Bereich noch deutlich unter dem Ergebnis im Jahr 2013 (90.893 Euro). Von 2013 auf 2014 hatte sich das operative Ergebnis der Betriebe nahezu halbiert, seitdem erholt es sich glücklicherweise wieder. Und das, obwohl die Kosten für Material (2016 +14,3 Prozent) und Personal (2016 +3,8 Prozent) gestiegen sind. Grund ist die gute Auslastung und die damit verbundene höhere Produktivität. Die Betriebe haben zudem ihre Prozesse besser im Griff, was auch die gleichbleibende Zahl der unproduktiven Mitarbeiter gegenüber dem Vorjahr belegt. Ob dies darauf zurückzuführen ist, dass in der administrativen Schadenbearbeitung weniger Fehler gemacht werden, oder weil Versicherungen und Schadensteuerer die Betriebe von diesen Aufgaben entlastet haben, spielt im Branchenbericht keine Rolle. Der „sonstige Aufwand“ blieb gegenüber dem Vorjahr fast unverändert. Der leichte Rückgang zum Vorjahr ist auf Kosteneinsparungen zurückzuführen.

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