Unfallmarkt Geringeres Reparaturvolumen

Redakteur: Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

ICDP, eine Forschungsorganisation, die von Mitgliedern aus der gesamten Automobilindustrie und -wirtschaft unterstützt wird, hat vor kurzem eine Simulation zum Unfallreparaturmarkt 2030 durchgeführt. Das Unternehmen rechnet mit einem 17-prozentigem Rückgang.

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(Bild: Wenz)

Das Marktvolumen für Unfallreparaturen beträgt 45 Milliarden Euro in der Europäischen Union, meldete ICDP in einer Presseerklärung. Der Unfallreparaturmarkt repräsentiert demnach rund ein Viertel des gesamten europäischen Automotive Aftermarkets. Basierend auf einer Simulation der vier größten Märkte (Frankreich, Deutschland, Italien und Großbritannien) prognostiziert ICDP, dass der Markt für Unfallreparaturen bis 2030 um 17 Prozent zurückgehen wird – mit erheblichen Konsequenzen für alle Marktteilnehmer.

Für die Studie wurden mehrere relevante Faktoren berücksichtigt, wie die zukünftige Entwicklung des Fahrzeugbestandes, das Fahrzeugalter, die Veränderung der Unfallraten, das Verhalten des Autofahrers, die Straßenverhältnisse, die Fahrleistung sowie die Auswirkungen von neuen, sicherheitsbezogenen Fahrerassistenzsystem die als ADAS (Advanced Driver Assistance Systems) bezeichnet werden.

Die zunehmende Verbreitung von ADAS-Technologien, wie automatischer Notbremsassistent, Totwinkelüberwachung und Spurhalteassistent, wird demnach bis zum Jahr 2030 zu rund 15 Prozent weniger Unfällen führen. Schwere Unfallschäden sollen dadurch deutlich abnehmen, während die restlichen Schäden aufgrund von komplexeren Reparaturen mit steigenden Arbeitszeiten und höheren Ersatzteilpreisen deutlich teurer werden.

Die Marktforscher prognostizieren, dass durch diese Entwicklung das Marktvolumen des Unfallreparaturmarktes alleine in den vier europäischen Kernmärkten um 17 Prozent sinkt, was starken Druck auf alle beteiligten Unternehmen ausübt. Bei einer geschätzten Marge von 40 Prozent bei Aftermarket-Ersatzteilen werden Zulieferer und Fahrzeughersteller demnach erhebliche Gewinnrückgänge zu verzeichnen haben.

Für Kfz-Betriebe und Versicherer wird die Situation laut den Marktforschern je nach Markt sehr unterschiedlich sein, da jeder Markt besondere Eigenschaften hat. Dies werde insbesondere beeinflusst von der Art der Kooperation zwischen Versicherern und Karosserie- und Lack-Betrieben.

Die Forschungsorganisation ICDP (International Car Distribution Programme) wird von Mitgliedern aus der gesamten Automobilindustrie und -wirtschaft unterstützt und ist auf die Bereiche Automobilwirtschaft und Aftersales spezialisiert. Das Forschungsprogramm 2018/2019, “Disruptive Change – Real or Imagined?”, kombiniert Erkenntnisse der jüngeren Vergangenheit mit neuer Forschung, um die Vision der Zukunft des Automobilsektors weiterzuentwickeln und die verschiedenen Marktakteure auf kommende Herausforderungen vorzubereiten. Zudem liegt dieses Jahr ein starker Fokus auf dem Unfallreparaturmarkt.

Kontakt: www.icdp.net

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