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Glatte Straßen früh erkennen

| Redakteur: Marion Fuchs

Mit mobiler Vernetzung sollen rutschige Straßen früher erkannt werden können.
Mit mobiler Vernetzung sollen rutschige Straßen früher erkannt werden können. (Bild: © Daimler AG)

Im kommenden Winter wird Mercedes-Benz in einer Kooperation mit dem Zollernalbkreis erproben, wie sich mit Car-to-X Kommunikation die Sicherheit auf winterlichen Straßen und die Effizienz des Winterdienstes verbessern lassen. Car-to-X bezeichnet die Kommunikation von Fahrzeugen untereinander und mit der Verkehrsinfrastruktur. Mercedes-Benz Pkw, die über Car-to-X Technologie verfügen und deren Besitzer Live Traffic Service aktiviert haben, liefern dafür im Pilotversuch die notwendigen Daten. Erkennen die ESP®- oder ABS-Sensoren dieser Fahrzeuge rutschige Straßenverhältnisse, wird dies samt Positionsdaten über das Mobilfunknetz in Echtzeit an das Daimler Vehicle Backend gesendet. Diese anonymisierten Informationen werden in Echtzeit auf digitalen Karten in den beiden Straßenmeistereien des Zollernalbkreises dargestellt. Damit wird es künftig möglich, den Winterdienst zielgerichteter einzusetzen und den Streusalzeinsatz zu optimieren.

Ausweitung möglich

Der Zollernalbkreis ist topographisch wie klimatisch anspruchsvoll: Die Region hat die höchsten Berge der Schwäbischen Alb. 2018 waren zudem 82 Frost- und 13 Eistage zu verzeichnen. Mit seinen beiden Straßenmeistereien in Balingen und Albstadt-Lautlingen kümmert sich der Landkreis um insgesamt rund 150 Kilometer Bundesstraßen, 210 Kilometer Landesstraßen und 270 Kilometer Kreisstraßen. Als erster Landkreis in Baden-Württemberg hat er seit dem 1.10.2018 ein eigenes Amt für Digitalisierung.

Im nächsten Schritt könnten Fahrzeuge des öffentlichen Dienstes, also zum Beispiel Polizeiautos, sowie Fahrzeugflotten einbezogen werden. Der Pilotversuch startet im Januar 2020 und läuft bis zum Ende des Winters. Der Zollernalbkreis liegt im Regierungsbezirk Tübingen in Baden-Württemberg und hat rund 190.000 Einwohner, darunter viele Pendler.

Mercedes-Benz hat nach eigenen Angaben bereits 2013 die mobile Vernetzung eingeführt und damit eine Technologie etabliert, mit der sich Gefahrenhinweise empfangen und übermitteln lassen. Seit 2016 wird die Car-to-X Kommunikation serienmäßig in Kombination mit Navigationssystemen verbaut. Um den Dienst „Car-to-X“ nutzen zu können, muss der Kunde ferner über einen Mercedes me connect Account verfügen. Nur dann findet eine Datenerhebung im Auto statt, und die fahrzeugbezogenen „Car-to-X“ Daten werden ans Backend übermittelt und dort anonymisiert. Über das Benutzerkonto im Mercedes me Portal können Mercedes-Benz Fahrer zudem unkompliziert einer Datenweitergabe zum Zwecke des Datenverkaufs an Dritte widersprechen.

Hintergrund zur Car-to-X Technologie

Seit mehr als zehn Jahren engagiert sich Mercedes-Benz in Forschungsvorhaben zum Thema. Als eine von zahlreichen Aktivitäten hat im Juni 2019 ein europaweites Kooperationsprojekt begonnen. Daimler, BMW, Ford und Volvo erproben in Zusammenarbeit mit HERE Technologies, TomTom sowie den Verkehrsbehörden sechs europäischer Länder, wie sich Informationen zu akuten Gefahrensituationen in Echtzeit per Car-to-X Technologie weitergeben lassen. Die Versuchsphase ist auf zwölf Monate ausgelegt und startet in den Niederlanden.

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