ZKF-Bundesverbandstag Gut geplante Betriebsübergabe

Redakteur: Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Viele Betriebsinhaber machen sich erst viel zu spät Gedanken darüber, wer einmal ihre Nachfolge antreten soll – dabei ist eine strukturierte Unternehmensübergabe unter fünf Jahren kaum zu machen. Auf dem Bundesverbandstag des ZKF in Regensburg werden Wege aus dieser Misere gewiesen.

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(Bild: Klasing)

Das Geheimnis der erfolgreichen Unternehmensübergabe an einen Nachfolger ist die gute Planung. Dabei ist es naturgemäß für denjenigen, der abgibt, besonders schwierig, denn er muss sich aus seinem Lebenswerk zurückziehen. Ist der Nachfolger schon vor der Übergabe im Betrieb, ist es wichtig, dass der Inhaber nach und nach in die zweite Reihe zurücktritt. Die Unternehmensberaterin Tanja Ebbing rät: „Man sollte versuchen, den Abtretenden von den anfallenden Aufgaben zurückzunehmen.“

Auf dem Bundesverbandstag des ZKF in Regensburg vom 18. bis zum 20. Mai wird Tanja Ebbing den Prozess der Nachfolgeregelung an einem konkreten Beispiel aus der Praxis aufarbeiten. Hierfür wird sie von einer Unternehmerin begleitet, die ihren Sohn auf die Nachfolge vorbereitet hat. Der Prozess läuft schon seit einiger Zeit; die Unternehmerin wird berichten, was der Anlass der Beratung war und was bis heute im Betrieb umgesetzt wurde. Wer darüber nachdenkt, sein Unternehmen irgendwann oder vielleicht sogar schon mittelfristig an einen Nach folger zu übergeben, sollte sich die Veranstaltung nicht entgehen lassen. Anmeldung unter www.zkf.de im Internet.

geht der Betriebsinhaber nur halbherzig an seine Nachfolgeregelung heran, kann er irgendwann einmal vor dem Dilemma stehen, dass er über Jahre viel Arbeit, Liebe, Zeit und Geld in den Aufbau seines Unternehmens gesteckt, und am Ende will es niemand haben. Der Grund für das Desinteresse an der Betriebsübernahme liegt sehr oft bei ihm selbst. Tanja Ebbing weiß: „Oft wird in die Betriebe, die abgegeben werden sollen, nicht mehr investiert. Die Betriebsinhaber gehen dann davon aus, dass sie das Unternehmen in nächster Zeit sowieso an einen Nachfolger übergeben.“

Sie stoße bei ihren Beratungsprojekten häufig auf Betriebe, in denen ein Investitionsstau vorliege, und die weder technisch noch in Hinblick auf die Prozesse auf dem neuesten Stand seien. „Eventuell gehen in diesen Unternehmen sogar die Umsätze zurück und die Gewinne sind rückläufig. In dieser Situation einen Nachfolger zu finden, ist besonders schwierig“, führt Ebbing aus. Dazu kommt, dass der Nachfolger oft nicht aus der eigenen Familie stammt, weil sich die Kinder für ganz andere Karrieren entschieden haben. Und wenn der Unternehmer einen externen Nachfolger gefunden hat, dann hat er zuweilen utopische Vorstellungen vom Wert seines Unternehmens.

„Das ist sehr schade, denn häufig werden dadurch alteingesessene Unternehmen geschlossen, die eigentlich ein schöner Start für einen Gründer oder Nachfolger sein könnten“, führt Ebbing aus. Je besser der Inhaber sein Unternehmen pflege, umso schneller finde er einen potenziellen Nachfolger.

Die Unternehmensnachfolge muss langfristig geplant werden. „Wenn der Inhaber heute so um die 55 Jahre alt ist und weiß, dass er mit 60 oder 65 Jahren aufhören will, sollte er sich jetzt Gedanken machen“, erläutert Ebbing. Für die Nachfolgeregelung gebe es verschiedene Möglichkeiten: Beispielsweise könnte es jemanden aus der Familie geben, der den Betrieb übernehmen will. Das kann der Inhaber dann mit einer Ausbildung begleiten, eventuell sogar in einem anderen Betrieb. Er kann aber auch aus seinem Betrieb einen Nachfolger entwickeln oder einen externen Nachfolger in den Betrieb bringen. In jedem Fall muss sich der Unternehmer darüber im Klaren sein, dass der Aufbau seines Nachfolgers einen längeren Zeitraum in Anspruch nimmt. „Das dauert mindestens fünf Jahre“, schätzt Ebbing.

Das komplette Programm des Bundesverbanstags finden Sie hier.

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