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Haftungsfragen des autonomen Fahrens

| Autor / Redakteur: Konrad Wenz / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Die Karosserie- und Schadenstage gehen der Frage nach, wer haftet, wenn ein autonom fahrendes Auto einen Unfall verursacht. Die juristische Abwägung übernimmt ein Fachmann des „Robot Rechts“.

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Hände weg vom Steuer? Das macht vielen Autofahrern noch Angst.
Hände weg vom Steuer? Das macht vielen Autofahrern noch Angst.
(Foto: Daimler)

Die Würzburger Karosserie- und Schadenstage greifen die Rechtsfragen beim autonomen Fahren auf. Nach Ansicht einiger Branchenexperten können bereits in fünf Jahren vollkommen autonom fahrende Fahrzeuge im Verkauf stehen. Nicht ganz so klar ist indes die Frage zu beantworten, wer haftet, wenn etwas passiert.

Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf von der Forschungsstelle „Robot Recht“ an der Universität Würzburg beleuchtet den juristischen Grundkonflikt des autonomes Fahrens. Es soll einerseits den Verkehr sicherer machen, weil der Unsicherheitsfaktor Mensch entfällt, im Falle eines Unfalls aber andererseits kein eindeutig Schuldiger greifbar sein könnte. Auf den Würzburger Karosserie- und Schadenstagen wird er auf die unterschiedlichen Rechtsbereiche eingehen, die es bei einem Unfall gibt, der von einem autonom fahrenden Auto verursacht wurde. Das Branchenevent findet am 15./16. April im Vogel Convention Center in Würzburg statt und wird durchgeführt von den Fachzeitschriften »kfz-betrieb« und »Fahrzeug+Karosserie« sowie den Partnern Adelta, Automechanika, Carbon, DAT, Dekra und Nexa Autocolor.

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Wer haftet – wer ist schuld?

Hilgendorf geht beispielsweise auf zivilrechtliche Haftungsfragen ein, die durch die § 823 BGB, 7 StVG und 18 StVG vorgegeben werden. Zugleich spricht der Rechtswissenschaftler aber auch von einer strafrechtlichen Verantwortung, verankert in den § 223 StGB und 212 StGB. Das Kernproblem bei der zivil- und strafrechtlichen Haftung sei festzustellen, wann beim autonomen Fahren Fahrlässigkeit vorliege. Insofern gebe es ein sogenanntes Kontrolldilemma: Der Fahrer sei zwar technisch freigestellt, habe aber die rechtliche Pflicht zur Kontrolle. Das steht übrigens auch im Wiener Übereinkommen von 1968. Demnach muss – vereinfacht dargestellt – der Fahrer sein Fahrzeug zu jeder Zeit kontrollieren.

Ein weiterer Vortrag der Veranstaltung zeigt auf, welche Potenziale Fahrerassistenzsysteme zur Unfallvermeidung haben und wie sich die Systeme auf die Schadenbilder auswirken. Zudem werden Experten von Dekra und DAT während der Veranstaltung live eine Schadenaufnahme (Dekra) sowie eine Kalkulation (DAT) eines Seitenschadens durchführen. Weitere Live-Acts betreffen die Kalibrierung von Fahrerassistenzsystemen, die Mehrmarkendiagnose sowie die elektronische Fahrzeugvermessung.

Abgerundet wird die Veranstaltung von einer großen Ausstellung rund um das Thema Karosserie- und Lackinstandsetzung. Mehr zur Veranstaltung und die Anmeldung finden Sie auf der Webseite der Veranstaltung.

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