TÜV Nord High-Tech-Prüftechnologie in Essen

Redakteur: Marion Fuchs

Auf dem Prüfstand des IFM-Räderprüffeld im Technologiepark simuliert das Essener TÜV-Institut die Nürburgring-Nordschleife zur Prüfung kompletter Fahrwerksysteme.

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Brandneu: Der Halbachsenprüfstand im Essener TÜV NORD-Institut.
Brandneu: Der Halbachsenprüfstand im Essener TÜV NORD-Institut.
(Bild: Tüv Nord)

Das TÜV Nord-Institut für Fahrzeugtechnik und Mobilität (IFM) hat in HighTech-Prüftechnologie investiert: Im neuen Räderprüffeld des Essener Technologieparks kommt ein fahrdynamischer Halbachsenprüfstand (FDHAP) zum Einsatz, mit dem Prüfungen und Begutachtungen nicht nur für Räder und Bremskomponenten, sondern auch für komplette Fahrwerksysteme, die so genannten Corner Module, durchgeführt werden können. Corner Module umfassen alle Teile des Fahrwerks bis zur Anbindung an die Karosserie, wie zum Beispiel den Radträger mit Nabe, Lenker, Federn und Dämpfer.

Mit Hilfe des FDHAP ist es nach Angaben des Institutleiters Leif-Erik Schulte möglich, sehr realitätsnahe Prüfbedingungen zu schaffen. Durch das enorme Leistungsvermögen des Prüfstandes (max. 300km/h, 45kN Radlast) können nahezu alle Fahrzeugklassen vom Kleinstwagen, über Sportwagen und Kleintransporter bis hin zur Luxuslimousine abgedeckt werden.

Gleichzeitig ist es möglich, sogenannte Drive-Files abzufahren. Das heißt, dass die Maschine im Fahrversuch ermittelte Daten verarbeiten und auf den Prüfling übertragen kann. So ist es beispielsweise möglich, die Nordschleife des Nürburgringes oder andere Rennstrecken und Fahrbahnprofile auf dem Prüfstand abzubilden.

Herzstück des etwa 45t schweren Prüfstandes sind zwei Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von insgesamt etwa 850kW, die sowohl die Prüftrommel als auch das Rad direkt antreiben können.

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