Mahle Kalibrieren in einer Minute statt einer halben Stunde

Autor Jan Rosenow

Nach einer kleinen Delle im Corona-Jahr will der Aftermarket-Zweig des Autozulieferers auf den Wachstumspfad zurückkehren. Potenzial sieht das Unternehmen vor allem beim Thermomanagement und in der Werkstattausrüstung.

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Mit neuen Funktionen hat Mahle sein Kalibriertool Tech-PRO Digital ADAS 2.0 deutlich schneller gemacht.
Mit neuen Funktionen hat Mahle sein Kalibriertool Tech-PRO Digital ADAS 2.0 deutlich schneller gemacht.
(Bild: Mahle)

Mit 898 Millionen Euro Jahresumsatz verzeichnete Mahle Aftermarket im Jahr 2020 einen Rückgang von rund fünf Prozent im Vergleich zu 2019. Das gab Olaf Henning, Mitglied der Konzernleitung und Leiter des Bereichs Aftermarket, im Rahmen einer Pressekonferenz am Mittwoch in Stuttgart bekannt. Doch das soll ein einmaliger Ausrutscher bleiben: In diesem Jahr will das Unternehmen wieder wachsen.

Großes Potenzial sieht das Unternehmen dafür in den Geschäftsfeldern Thermomanagement und Werkstattausrüstung. In Letzterem hat sich Mahle vor drei Jahren mit dem italienischen Spezialisten Brainbee verstärkt und kann seither unter anderem Geräte zur Kalibrierung von Fahrerassistenzsystemen, zum Getriebeölmanagement und zum Klimaservice anbieten.

Kalibrierbildschirm fährt automatisch in Position

Mit dem Kalibrierungstool Tech-PRO Digital ADAS 2.0 etwa zeigt Mahle, welche Entwicklungssprünge in der Werkstattausrüstung noch möglich sind. Die neue Version erlaubt eine vollautomatische Kalibrierung der Fahrerassistenzsysteme mit automatischer Fahrzeugerkennung in unter einer Minute. Der technische Hintergrund: Die Laserentfernungsmesser übertragen ihre Messwerte automatisch an das Gerät, woraufhin der Bildschirm mit den Kalibriertargets ebenso selbsttätig in Position geht. Manuelles Einstellen ist nicht mehr nötig.

Darüber hinaus will der Konzern verstärkt Ersatzteile für alternative Antriebe bis hin zur Batterie- und Brennstoffzellenwartung anbieten. Bei E-Fahrzeugen spielt bekanntlich das Thermomanagement eine wichtige Rolle. Denn E-Motor, Leistungselektronik und vor allem die Batterie bringen nur in einem ganz genau definierten Temperaturfenster ihre beste Leistung.

16 Millionen Euro für Digitalprojekte

„Unsere Kompetenz als Erstausrüster ermöglicht es uns, Markt- und Technologietrends frühzeitig zu antizipieren und ein wachsendes Portfolio aus dem Bereich der Strategiefelder des Konzerns für die freien Werkstätten zu erschließen“, kommentiert Olaf Henning.

Besonders wichtig ist für Mahle auch die Digitalisierung. In den nächsten drei Jahren sollen Investitionen in Höhe von rund 16 Millionen Euro in Digitalisierungsprojekte fließen. Dazu gehören auch Informationsangebote für Werkstätten, beispielsweise die Wissensplattform Tech Tool.

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