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K&L-Umsatz wächst bei teils sinkender Rendite

| Autor / Redakteur: Konrad Wenz / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Gute Nachrichten für den Karosserie- und Fahrzeugbau: Die Branche verzeichnete 2014 Zuwächse beim Umsatz. Allerdings verbuchen die Instandsetzungsbetriebe sinkende Renditen.

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(Foto: VBM-Archiv)

Beim herstellenden Karosserie- und Fahrzeugbau läuft es gut, schreibt der ZKF in seinem jüngst veröffentlichten Branchenbericht. Die Betriebe konnten sowohl Umsatz (+ 5 %) als auch Betriebsergebnis (+ 40 %) verbessern. „Ein Betrieb nahm damit durchschnittlich 4,8 Millionen Euro ein und erwirtschaftete ein Ergebnis von rund 137.000 Euro“, erklärt ZFK-Hauptgeschäftsführer Klaus Weichtmann. Hauptgründe für die Entwicklung seien die gestiegene Nachfrage nach Nutzfahrzeugen und eine höhere Arbeitsproduktivität.

Dagegen hat sich das Betriebsergebnis der Karosserie- und Lackierbetriebe im Berichtsjahr 2014 deutlich um rund 42 Prozent verschlechtert – trotz Umsatzplus im Handwerk von 7 Prozent. Der Gesamtumsatz der Betriebe stieg damit auf durchschnittlich 1,5 Millionen Euro, während das operative Ergebnis (Ebitda) auf ca. 53.000 Euro sank. Damit nahm auch die Ebitda-Marge deutlich ab. „Als eine wesentliche Ursache für den Rückgang der Rentabilität in der Instandsetzung sehen wir die Schadenslenkung durch Versicherer“, so Weichtmann. „Viele Betriebe haben für deren Umsatzversprechen Preiszugeständnisse in Kauf genommen – und damit auch einen deutlich geringeren wirtschaftlichen Erfolg.“

ZKF erwartet steigende Personalkosten

Die Personalkosten im Fahrzeugbau sind 2014 um rund 2,8 Prozent gegenüber 2013 gesunken. Im Durchschnitt beschäftigten die herstellenden Betriebe 38 Mitarbeiter. Die Zahl der Angestellten lag damit etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Die Reparaturfachbetriebe beschäftigten im Durchschnitt 16 Mitarbeiter, davon zehn produktive Arbeitskräfte. Insgesamt stieg die Zahl der Beschäftigten damit leicht. Im Gegensatz zum Fahrzeugbau stieg der Anteil der Personalkosten am Gesamtumsatz in der personalintensiven Instandsetzung auf 39,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Prognose von Weichtmann: „Diese Tendenz wird in den kommenden Jahren anhalten, denn gute Fachkräfte haben ihren Preis.“

Zudem werden beide Bereiche künftig verstärkt Schwierigkeiten haben, Auszubildende zu gewinnen, prognostiziert der ZKF-Geschäftsführer. Der herstellende Karosserie- und Fahrzeugbau bekam das bereits 2014 zu spüren und konnte im Schnitt 7 Prozent weniger Auszubildende einstellen.

Die Spreizung der Stundenverrechnungssätze zwischen westdeutschen Ballungszentren und Großstädten in den neuen Bundesländern ist nach wie vor enorm, betont der ZKF in dem Bericht. Auch das Stadt-Land-Gefälle bestehe weiterhin. Im Durchschnitt liegt der Stundenverrechnungssatz der Karosserie-Instandsetzung bei 90,08 Euro (2013: 88,80 Euro) und bei Lackierarbeiten ohne Materialeinsatz bei 94,20 Euro (2013: 94,00 Euro).

Zum Bericht

Der Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) ist der Berufs- und Wirtschaftsverband für rund 3.500 Unternehmen des Karosserie- und Fahrzeugbaus mit Sitz in Friedberg/Hessen. Er stellt in seinem jährlich erscheinenden Branchenbericht die wichtigsten Kennzahlen zur Entwicklung der Betriebe für den Karosserie- und Fahrzeugbau vor. Diesem Branchenbarometer 2014 liegt eine im Herbst 2015 durchgeführte Umfrage bei den Mitgliedsbetrieben zugrunde. Der Bericht gibt Auskunft über die Situation in der Branche getrennt nach herstellendem Karosserie- und Fahrzeugbau sowie Karosserieinstandsetzung und Lackierung. Weitere Informationen unter www.zkf.de.

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