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Katastrophenstart in 2021

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Langsame Erholung

Reinhard Beyer bezeichnete den Januar dieses Jahres als „Vollkatastrophe“ für seine Mitgliedsbetriebe. Aber er zeigte sich überzeugt, dass der momentane Zustand nicht anhalten wir: „Es wird wieder besser, aber das wird sich noch länger hinziehen.“

Reinhard Beyer, Vorsitzender BVdP
Reinhard Beyer, Vorsitzender BVdP
(Bild: VCG)

In diesem Punkt war sich die Diskussionsrunde einig – man könne nicht morgen den Schalter umlegen (Lockdown beenden) und übermorgen sei alles wieder wie vor der Krise. Peter Börner schätzte, dass die Branche auf dem Weg zu besseren Zeiten einige Betriebe verlieren wird: „Wir werden voraussichtlich zum Jahresende rund fünf Prozent weniger Mitgliedsbetriebe haben“, lautet seine Schätzung. Allerdings sei dieser Rückgang nicht allein auf die Coronakrise zurückzuführen. Vielmehr gebe es auch andere Gründe, die dazu führten, dass Unternehmer ihre Betriebe nicht weiterführten, beispielsweise fehlender Nachwuchs. Deshalb wollte der Verbandspräsident auch nicht von einer Pleitewelle sprechen. Den häufig im Eigentum stehenden freien Betrieben stehe in der Regel das Wasser noch nicht bis zum Hals, führte Börner aus.

Ein weiterer Diskussionspunkt waren die derzeitigen Margenkürzungen einiger Hersteller (»F+K berichtete«) bei den Ersatzteilen. Peter Börner führte aus, dass durch die Maßnahmen der OEM die freien Betriebe bestraft würden. „Die Fahrzeughersteller haben das absichtlich so gesteuert“, sagte Börner. Einen Ausweg für die Betriebe sieht er darin, dass diese mit Aufschlägen auf die UPE arbeiten sollten. Reinhard Beyer ergänzte, dass die Lösung des Problems nicht sein könne, dass einige Schadensteuerer auf ihre Teilemargen verzichten. Die Eurogarant Auto Service AG ist im Januar 2021 diesen Weg gegangen (»F+K« berichtete). „Die Eurogarant hat so reagiert, um dem Markt die Chance zu geben, die Situation durch entsprechende Gespräche zu meistern. Auf Sicht dürfen wir uns nicht von der Industrie abhängig machen“, erklärte Peter Börner, der auch Vorstandmitglied in der Eurogarant Autoservice AG ist.

Stefan Vorbeck, Vorstandsmitglied ZDK (l.) und Paul Kehle, Präsident BFL
Stefan Vorbeck, Vorstandsmitglied ZDK (l.) und Paul Kehle, Präsident BFL
(Bild: VCG)

Die Diskussionsteilnehmer hatten neben UPE-Aufschlägen auch weitere Tipps auf Lager, wie K&L-Unternehmer die Krise meistern könnten. In erster Linie empfahlen sie die Aktivierung weiterer Geschäftsfelder. Hierzu könnten beispielsweise das Caravan- bzw. das Oldtimergeschäft gehören. „Je mehr sich ein Betrieb mit einer Nische beschäftigt, desto besser kann er sie auch bedienen“, führte Peter Börner an. Darüber hinaus herrschte Einigkeit in dem Punkt, dass insbesondere die Betriebe in der Schadensteuerung sich in ihrem lokalen Umfeld wieder mehr um den Privatkunden bemühen müssten. Zudem müssten sich Betriebe um das Thema Digitalisierung kümmern. Stefan Vorbeck erklärte, dass beispielsweise die Internetseiten einiger freier Betriebe noch starkes Verbesserungspotenzial aufweisen würden. Aber auch bei der Prozessoptimierung in den Betrieben sei die Digitalisierung eine gute Unterstützung.

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Über den Autor

Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«