Corona-Hilfen

Kfz-Betriebe benötigen finanzielle Unterstützung

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Erhebliche Liquiditätseinbußen

Der signifikante Auftragsrückgang macht sich offenbar auch bei der Frage der Liquidität bemerkbar. 16 Prozent aller Reparaturbetriebe (Markenwerkstätten 14 %, Freie Werkstätten 13 % und Karosserie- und Lackierbetriebe 16 %) haben bereits einen Kfw-Corona-Hilfe-Kredit beantragt. Weitere neun Prozent (Markenwerkstätten zu 14 %, Freie Werkstätten zu 4 % und Karosserie- und Lackierbetriebe zu 10 %) haben einen Kredit über die Hausbank - ohne Kfw-Förderung – in Anspruch nehmen müssen. Damit sind ein Viertel aller Reparaturbetriebe auf finanzielle Unterstützung in Form von Krediten angewiesen. Bei den Gutachtern zeigt sich ein gänzlich anderes Bild. Kein Sachverständiger ist wegen eines Kredits auf seine Hausbank zugegangen und nur vier Prozent der befragten Gutachter haben bislang einen Antrag auf einen KfW-Corona-Hilfe-Kredit gestellt.

Um die Liquidität auch unabhängig von Krediten zu stärken, haben 40 Prozent aller Reparaturbetriebe einen Antrag auf Herabsetzung der Steuervorauszahlungen und immerhin 33 Prozent aller Betriebe einen Antrag auf Erstattung der Umsatzsteuersondervorauszahlung gestellt.

16 Prozent haben eine Stundung der Beiträge zur Berufsgenossenschaft und 19 Prozent aller Betriebe eine solche der Sozialversicherungsbeiträge in Anspruch genommen. Die Lage bei den Gutachtern sieht auch hier wiederum deutlich besser aus. Lediglich elf Prozent der Sachverständigen haben die Steuervorauszahlung herabsetzen und 15 Prozent von Ihnen die Umsatzsteuersondervorauszahlung erstatten lassen. Stundungen zu BG-Beiträgen oder SV-Abgaben wurden von dieser Berufsgruppe nicht in Anspruch genommen.

Die Möglichkeit, Mietzahlungen einstweilen einzustellen haben die befragten Teilnehmer in unterschiedlicher Ausprägung genutzt. 100 Prozent der Kfz-Sachverständigen gaben an, die Miete für April 2020 vollständig beglichen zu haben. Bei den freien Werkstätten war dies mit 97 Prozent nahezu vollständig der Fall. Demgegenüber gaben noch 90 Prozent der Karosserie-und Lackierbetriebe und 75 Prozent aller Markenwerkstätten an, den Mietzins für April 2020 vollständig entrichtet zu haben.

Das Insolvenzrisiko ist ein Thema

Danach gefragt, wie sehr das Thema „Insolvenz“ die Betriebe (auf einer Skala von eins bis fünf, wobei eins die geringste und fünf die größtmögliche Sorge ausdrückt) beschäftigt, gaben - mit einem Wert von 1,98 - übergreifend alle Betriebe an, dass sie derzeit keine akuten Sorgen vor einer möglichen Insolvenz haben. Freie Werkstätten waren mit einem Wert von 2,08 tendenziell ein wenig mehr besorgt als Karosserie- und Lackierwerkstätten (2,0). Am wenigsten Sorge hatten Markenwerkstätten (1,85). Bei Betrieben mit einer Schadensteuerungsvereinbarung bestand überwiegend etwas weniger Sorge (1,89) als bei Betrieben ohne eine solche Vereinbarung (1,99).

Weitere Einzelauswertungen stellt die Kanzlei Voigt Rechtsanwalts GmbH auf Nachfrage unter umfrage@kanzlei-voigt.de oder über die Homepage www.kanzlei-voigt.de zur Verfügung. Die Befragung wurde im Zeitraum vom 06. bis 14. April 2020 im gesamten Bundesgebiet durchgeführt. Teilgenommen haben insgesamt 195 Branchenteilnehmer aus dem gesamten Kfz-Bereich.

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