Corona-Hilfen Kfz-Betriebe benötigen finanzielle Unterstützung

Autor / Redakteur: Henning Hamann, Geschäftsführer Kanzlei Voigt Rechtsanwalts GmbH / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Laut einer Branchenumfrage der auf Verkehrsrecht spezialisierten Kanzlei Voigt Rechtsanwalts GmbH unter fast 200 Teilnehmern der Kfz-Branche, hat schon ein Großteil der Betriebe finanzielle Hilfen in Anspruch genommen.

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Schon fast die Hälfte der Betriebe hat laut der Branchenumfrage von Kanzlei Voigt Rechtsanwaltskanzlei GmbH finanzielle Hilfen in Anspruch genommen.
Schon fast die Hälfte der Betriebe hat laut der Branchenumfrage von Kanzlei Voigt Rechtsanwaltskanzlei GmbH finanzielle Hilfen in Anspruch genommen.
(Foto: Rehberg / »kfz-betrieb«)

Etwa 43 Prozent aller Reparaturbetriebe haben bereits finanzielle Soforthilfen von Bund und Land in Anspruch genommen. Bei Karosserie- und Lackierbetrieben lag der Anteil nur geringfügig höher als bei Marken- und Freien Werkstätten. Der Anteil der Betriebe mit Partnerverträgen eines Kfz-Versicherers oder Schadensteuerers lag mit 40 Prozent deutlich niedriger als bei Betrieben ohne entsprechende Vereinbarung (45 Prozent). Von den befragten Kfz-Sachverständigen gaben 30 Prozent an, bereits finanzielle Soforthilfen beantragt zu haben. In knapp 15 Prozent aller Anträge auf Soforthilfe erfolgten bereits Auszahlungen oder wurden angekündigt. Dies sind die Ergebnisse einer Branchenumfrage der Kanzlei Voigt Rechtsanwalts GmbH unter rund 200 Betrieben.

Demnach wurden Anträge auf Soforthilfe recht homogen und von allen Befragten etwa gleichermaßen gestellt. Bei der Frage nach beantragter Kurzarbeit zeigt sich ein deutlich zerklüfteteres Bild: Während 78 Prozent aller Markenwerkstätten und sogar 83 Prozent aller Karosserie- und Lackierbetriebe bereits einen Antrag auf Kurzarbeit gestellt haben, ist das bei den freien Werkstätten lediglich zu 57 Prozent und bei Kfz-Sachverständigen nur zu 25 Prozent der Fall.

Nur fünf Prozent aller befragten Betriebe haben bislang einen Leistungsantrag bei ihrer Betriebsunterbrechungsversicherung gestellt. 20 Prozent der Anträge befinden sich noch im Status der Prüfung, 80 Prozent der Anträge wurden bereits abgelehnt. Das wiederum verwundert nicht, da behördliche Allgemeinverfügungen zur Schließung von Reparaturbetrieben nicht bekannt sind. Ob Versicherungsschutz im Einzelfall in Frage kommt, weil aufgrund einer Masseninfektion einzelne Betriebe vollständig von den Gesundheitsämtern geschlossen wurden, bedarf indes jeweils einer Prüfung im Einzelfall. Von den befragten Kfz-Sachverständigen hat keiner einen entsprechenden Antrag gestellt.

Erhebliche Liquiditätseinbußen

Der signifikante Auftragsrückgang macht sich offenbar auch bei der Frage der Liquidität bemerkbar. 16 Prozent aller Reparaturbetriebe (Markenwerkstätten 14 %, Freie Werkstätten 13 % und Karosserie- und Lackierbetriebe 16 %) haben bereits einen Kfw-Corona-Hilfe-Kredit beantragt. Weitere neun Prozent (Markenwerkstätten zu 14 %, Freie Werkstätten zu 4 % und Karosserie- und Lackierbetriebe zu 10 %) haben einen Kredit über die Hausbank - ohne Kfw-Förderung – in Anspruch nehmen müssen. Damit sind ein Viertel aller Reparaturbetriebe auf finanzielle Unterstützung in Form von Krediten angewiesen. Bei den Gutachtern zeigt sich ein gänzlich anderes Bild. Kein Sachverständiger ist wegen eines Kredits auf seine Hausbank zugegangen und nur vier Prozent der befragten Gutachter haben bislang einen Antrag auf einen KfW-Corona-Hilfe-Kredit gestellt.

Um die Liquidität auch unabhängig von Krediten zu stärken, haben 40 Prozent aller Reparaturbetriebe einen Antrag auf Herabsetzung der Steuervorauszahlungen und immerhin 33 Prozent aller Betriebe einen Antrag auf Erstattung der Umsatzsteuersondervorauszahlung gestellt.

16 Prozent haben eine Stundung der Beiträge zur Berufsgenossenschaft und 19 Prozent aller Betriebe eine solche der Sozialversicherungsbeiträge in Anspruch genommen. Die Lage bei den Gutachtern sieht auch hier wiederum deutlich besser aus. Lediglich elf Prozent der Sachverständigen haben die Steuervorauszahlung herabsetzen und 15 Prozent von Ihnen die Umsatzsteuersondervorauszahlung erstatten lassen. Stundungen zu BG-Beiträgen oder SV-Abgaben wurden von dieser Berufsgruppe nicht in Anspruch genommen.

Die Möglichkeit, Mietzahlungen einstweilen einzustellen haben die befragten Teilnehmer in unterschiedlicher Ausprägung genutzt. 100 Prozent der Kfz-Sachverständigen gaben an, die Miete für April 2020 vollständig beglichen zu haben. Bei den freien Werkstätten war dies mit 97 Prozent nahezu vollständig der Fall. Demgegenüber gaben noch 90 Prozent der Karosserie-und Lackierbetriebe und 75 Prozent aller Markenwerkstätten an, den Mietzins für April 2020 vollständig entrichtet zu haben.

Das Insolvenzrisiko ist ein Thema

Danach gefragt, wie sehr das Thema „Insolvenz“ die Betriebe (auf einer Skala von eins bis fünf, wobei eins die geringste und fünf die größtmögliche Sorge ausdrückt) beschäftigt, gaben - mit einem Wert von 1,98 - übergreifend alle Betriebe an, dass sie derzeit keine akuten Sorgen vor einer möglichen Insolvenz haben. Freie Werkstätten waren mit einem Wert von 2,08 tendenziell ein wenig mehr besorgt als Karosserie- und Lackierwerkstätten (2,0). Am wenigsten Sorge hatten Markenwerkstätten (1,85). Bei Betrieben mit einer Schadensteuerungsvereinbarung bestand überwiegend etwas weniger Sorge (1,89) als bei Betrieben ohne eine solche Vereinbarung (1,99).

Weitere Einzelauswertungen stellt die Kanzlei Voigt Rechtsanwalts GmbH auf Nachfrage unter umfrage@kanzlei-voigt.de oder über die Homepage www.kanzlei-voigt.de zur Verfügung. Die Befragung wurde im Zeitraum vom 06. bis 14. April 2020 im gesamten Bundesgebiet durchgeführt. Teilgenommen haben insgesamt 195 Branchenteilnehmer aus dem gesamten Kfz-Bereich.

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