GTÜ

Konzepte für die Zukunft

| Redakteur: Holger Schweitzer

Die GTÜ Partner trafen sich zum 13. Bundeskongress in Frankfurt/Main.
Die GTÜ Partner trafen sich zum 13. Bundeskongress in Frankfurt/Main. (Bild: Schweitzer)

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Die GTÜ will ihr Dienstleistungsspektrum deutlich über die traditionellen Betätigungsfelder hinaus ausbauen, um neue Geschäftsbereiche zu erschließen und den Veränderungen im Markt entgegenzutreten. Die beiden GTÜ-Geschäftsführer Robert Köstler und Michael Bröning stellten die geplante Neuausrichtung der Organisation auf dem diesjährigen Bundeskongress Anfang Oktober in Frankfurt am Main vor. „Aktuell machen mit 98 Prozent die hoheitlichen Tätigkeiten den Hauptanteil der GTÜ-Umsätze aus. Aus diesem Grund müssen wir diese Hauptsäule durch ein zweites Standbein ergänzen, was durch den Ausbau zur Sachverständigenorganisation und zusätzlichen Servicedienstleistungen geschehen wird“, erklärte Michael Bröning. Zu den wichtigsten Themenbereichen für die zukünftige Mehrsäulenstrategie gehören:

• Der Ausbau des Prüfstellennetzes

• Betriebssicherheit

• Forschung und Entwicklung

• Unfallschaden und Recht

• Prozessoptimierung

• Arbeits- und Betriebssicherheit

• Managementsysteme

• Beratung und Analyse

• Aus- und Weiterbildung

Marktentwicklung bei den hoheitlichen Tätigkeiten

Bei den hoheitlichen Tätigkeiten konstatierte Robert Köstler nach wie vor einen positiven Trend. So liegt der heutige Marktanteil bei den Hauptuntersuchungen der GTÜ bei 16,3 Prozent und laut Köstler besteht hier auch weiterhin Wachstumspotential für die Zukunft.

Die bevorstehende Änderung der HU Richtlinien ab dem 01. Januar 2018 bedeutet laut Köstler zwar eine Herausforderung, der die GTÜ durch gute Fortschritte im Akkreditierungsverfahren für die Prüfmethoden und die Einführung der Kalibrierungsfahrzeuge, gewappnet sei. Auch den stetigen Rückgang an Prüfstützpunkten plant die GTÜ durch eine verbesserte Vernetzung der Partner und dem Ausbau des eigenen Prüfstellennetzes, entgegenzuwirken.

Um den Anforderungen, die die aktuellen Entwicklungen hin zum autonomen Fahren und Elektromobilität mit sich bringen, in Zukunft gerecht werden zu können, plant die GTÜ den Bereich Forschung und Entwicklung zukünftig weiter ausbauen. „Wir brauchen hierfür geeignete Prüfverfahren, die auch den Datenschutz berücksichtigen“, erklärte Robert Köstler.

Ausweitung der Betätigungsfelder

Die Veränderungen in der Mobilität werden vor allem durch gesellschaftliche und technologische Entwicklungen getragen. Gesellschaftlich schreitet der Trend der Urbanisierung ebenso voran wie der demografische Wandel, also das älter werden der Bevölkerung. Hierzu gehört aber auch eine Änderung im Nutzerverhalten: Nutzen statt besitzen ist hier das Schlagwort, das sich schon heute im Car-sharing bemerkbar mach. Zeitgleich halten Elektromobilität und autonomes Fahren zusehends Einzug in unser mobiles Leben.

Aus der Kombination dieser Faktoren schließt die GTÜ, dass nicht nur die Fahrleistung insgesamt, sondern auch die Zahl der Einzelkunden abnehmen wird. „Ein Car-sharing Auto ersetzt bis zu zehn Einzelfahrzeuge und damit Kunden“, erklärt Michael Bröning. Hierzu gehört jedoch auch der Trend zu immer größeren Autohausgruppen und damit schwindender Zahl von Einzelkunden für die GTÜ-Partner. „Für die Betreuung dieser zunehmenden Anzahl von solchen Großkunden schaffen wir ein Netzwerk, um diese auch mit den geforderten zusätzlichen Dienstleistungen versorgen zu können“, sagt Michael Bröning.

Konkret bedeutet dies, dass ab 2018 eine Vernetzung der GTÜ-Partner über eine digitale Plattform geschaffen wird. Diese soll alle Endgeräte vom Laptop bis zum Smartphone abdecken. Die Großkunden sollen in Zukunft durch ein eigens eingerichtetes Key Account Management akquiriert und betreut werden, um einen einheitlichen und regional übergreifenden Marktauftritt zu gewährleisten.

Stärkere Vernetzung der GTÜ-Partner für die Zukunft

„Die einzelnen Partner können die Komplexität, die die Einbindung von Leasing-Gesellschaften, Autohausgruppen oder Hersteller erfordert, nicht mehr leisten. Deshalb ist es Ziel der GTÜ dies gemeinschaftlich zu bewältigen und die einzelnen Partner am sich verändernden Markt erfolgreich zu halten“, erklärt Michael Bröning. Dies sei vor allem bei der sich verändernden Situation bei den Autohäusern sowie klein- und mittelständischen Werkstätten, die über 80 Prozent der Kunden der GTÜ ausmachen, erforderlich.

Unterstützt wurde die Neuausrichtung von Elmar Fuchs, Geschäftsführer des Bundesverbands der freiberuflichen und unabhängigen Sachverständigen (BVSK), der in seinem Vortrag die Ansichten der GTÜ-Geschäftsführer teilte: „Die Möglichkeiten des einzelnen Sachverständigen, auf die neuen Anforderungen zu reagieren, sind begrenzt. Er kann nicht alle Dienstleistungen erbringen, die heute gefragt sind. Die GTÜ als Organisation kann das.“

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