Transportermarkt Kunden wenden sich von Benzinern und alternativen Kraftstoffen ab

Autor: Andreas Grimm

Die Elektrifizierung des Nutzfahrzeugmarkts hinkt dem Pkw-Sektor deutlich hinterher. Ein erster Zündfunke war in Europa im Jahr 2020 zu verzeichnen – die Dieselnachfrage bleibt davon aber unbeeindruckt.

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Der Absatz der Transporter geriet 2020 ebenfalls in den Sog der Corona-Krise. Dabei kletterten die E-Zulassungen deutlich, während Benziner immer weniger gefragt sind.
Der Absatz der Transporter geriet 2020 ebenfalls in den Sog der Corona-Krise. Dabei kletterten die E-Zulassungen deutlich, während Benziner immer weniger gefragt sind.
(Bild: Ford)

Die Elektrifizierung der leichten Nutzfahrzeuge nimmt auf niedrigem Niveau in Europa Fahrt auf. Wie aus einer Auswertung des Herstellerverbands Acea hervorgeht, legten die Zulassungen elektrifizierter Transporter im vergangenen Jahr in einem schrumpfenden Markt deutlich zu. Antriebe mit alternativen Kraftstoffen sowie Benziner verloren dagegen klar in der Käufergunst.

Insgesamt weist die Acea-Statistik 1.793.743 Neuregistrierungen von leichten Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht für das Jahr 2020 in den Ländern der EU, der Efta und in Großbritannien aus. Im Jahr zuvor waren es noch 2,19 Millionen Einheiten (-18,1 %). Dieser Rückgang erfasste allerdings nicht alle Antriebsarten gleichermaßen.

Zahlenmäßig die bedeutsamste Motorisierung ist der Diesel. 1,67 Millionen neue Transporter waren im Jahr 2020 mit dem Selbstzünder ausgestattet – 92,4 Prozent aller Neuzulassungen. Im Jahr zuvor lag der Dieselanteil mit 91,7 Prozent sogar etwas niedriger. Daneben besetzen in diesem Fahrzeugsegment die Benziner die größte Nische, die allerdings stark schrumpfte. 54.209 Neuzulassungen mit Ottomotoren sind 45 Prozent weniger als im Jahr 2019. Benziner stellten damit nur noch 3,4 Prozent der Neuzulassungen.

Prozentual hohe Steigerungen verzeichneten dagegen die elektrischen Antriebe im Transportersegment. Für die Staaten der EU, der Efta und Großbritannien zählte Acea 37.282 Neuzulassungen, 26 Prozent mehr als im Vorjahr. Das reichte allerdings für einen Verkaufsanteil von gerade mal 2,0 Prozent. Prozentual noch beeindruckender ist die Entwicklung der Hybrid-Modelle. Von ihnen wurden 12.393 Einheiten erstmals zugelassen – ein Plus von 174 Prozent, aber eben auch nur ein Marktanteil von 0,9 Prozent.

Während die Elektrifizierung nichtsdestotrotz damit langsam aus den Startlöchern kriecht, sind andere alternative Antriebskonzepte zunehmend weniger gefragt (oder angeboten). Mit Erdgas (CNG), Flüssiggas (LPG), Biogas oder Ethanol führen im letzten Jahr nur noch 19.495 Neuzulassungen ab. Das waren 29,3 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Darin macht sich allerdings auch die Corona-Krise in einigen Ländern bemerkbar, die traditionell mit diesen Kraftstoffalternativen arbeiten, speziell Italien und Spanien. In diesen Ländern waren die Neuzulassungen 2020 überdurchschnittlich kräftig gefallen.

Die größten Märkte für rein elektrische Transporter in der EU waren Deutschland mit 8.830 Neuzulassungen und Frankreich mit 9.209 Einheiten. Weitere wichtige Märkte sind Schweden, Irland und die Niederlande. Gar keine Rolle spielen Batterie-Transporter hingegen bislang in den östlichen EU-Staaten sowie in Griechenland und Zypern. Bei den Hybrid-Modellen sind die beiden größten Märkte Italien (5.277 Neuzulassungen) und Spanien (3.110 Einheiten).

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 Andreas Grimm

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Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«