Nutzfahrzeugmarkt März-Absatz zieht die Branche aus dem Corona-Tief

Redakteur: Andreas Grimm

Die Nutzfahrzeugbranche schickt sich an, aus dem Corona-Tal zu kommen. Hohe Zuwachsraten waren für den März schon aus statistischen Gründen zu erwarten. Tatsächlich hat der Absatz aber fast wieder Vorkrisenniveau erreicht.

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Wieder auf der Überholspur: Die Nutzfahrzeugzulassungen sind im März europaweit stark gestiegen.
Wieder auf der Überholspur: Die Nutzfahrzeugzulassungen sind im März europaweit stark gestiegen.
(Foto: Scania)

Der Nutzfahrzeugabsatz hat sich in Europa im Monat März fast verdoppelt. Wie der Herstellerverband Acea am Donnerstag mitteilte, kletterten die Neuzulassungen im dritten Monat des Jahres in den Staaten der EU, der Efta und in Großbritannien um 86,0 Prozent. Damit wurden 273.600 Nutzfahrzeuge erstmals zugelassen.

Ursache des steilen Anstiegs sind natürlich die Verwerfungen im Zuge der Corona-Pandemie. Im März des Vorjahres hatten sich die Neuzulassungen aufgrund der Verunsicherung und der Lockdown-Maßnahmen auf 147.000 Einheiten halbiert. Die aktuellen März-Zahlen bewegen sich nun in etwa auf dem Niveau aus Vor-Corona-Zeiten.

Dank des starken Absatzzuwachses im dritten Monat des Jahres verläuft auch das bisherige Jahr für die Nutzfahrzeugbranche inzwischen positiv. Im ersten Quartal kamen 630.000 Nutzfahrzeuge auf die Straßen. Das waren 23,1 Prozent mehr als im ersten – nur bedingt Corona-leidgeprüften – Quartal 2020. Im letzten „Normaljahr“ 2019 lagen die Zulassungszahlen des Startquartals mit 675.000 Einheiten allerdings noch ein gutes Stück höher.

Die Zuwächse fielen auf nationaler Ebene im März unterschiedlich stark aus – sicherlich auch abhängig vom Absturz im Vorjahr. In Italien, das von der Corona-Pandemie zuerst und sehr hart getroffen wurde, stiegen die Neuzulassungen um 215 Prozent. Die schwächste Zuwachsrate verzeichnete Ungarn mit 7,8 Prozent, während das Nachbarland Tschechien 58 Prozent zulegte.

Auch die anderen großen Märkte neben Italien waren deutlich im Plus. In Frankreich legte der Absatz 166,7 Prozent zu, Spanien folgte mit 151,7 Prozent. In Großbritannien ging es 69,2 Prozent nach oben und in Deutschland 34,2 Prozent. Auch in den mittleren Märkten wie Polen (+84,9 %) oder Belgien (+82,8 %) stieg der Absatz kräftig.

Unterschiedliche Entwicklung der Segmente

Blickt man auf die Fahrzeugsegmente, zeigt sich eine überdurchschnittliche Erholung der leichten Nutzfahrzeuge. Ihr Absatz legte im März um 98,5 Prozent auf 235.000 Einheiten zu. Auch im ersten Quartal erholen sich die Verkäufe dieser Fahrzeuge mit einem Plus von 26,2 Prozent stärker als der Gesamtmarkt.

Deutlich verhaltender ist die Entwicklung bei den mittelschweren und schweren Nutzfahrzeugen. Zusammen kommen sie auf 36.200 Neuzulassungen im März. Das sind 40 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Quartalsbilanz fällt mit einem Plus von 11,9 Prozent ebenfalls nur zurückhaltend positiv aus (89.400 Einheiten).

Düster ist es weiterhin um das Bus-Segment bestellt. Die fehlende Reisetätigkeit macht weiterhin Neu- oder Ersatzbeschaffungen unnötig. Dadurch sanken die Neuzulassungen im März noch einmal um 17,1 Prozent auf 2.330 Einheiten. Im Gesamtquartal waren es 7.460 Einheiten – 21,8 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

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