Dekra

Mal schnell prüfen, ob manipuliert wurde

| Redakteur: Dr. Holger Schweitzer

Dekra setzt künftig auf das AVL-Ditest-Verfahren zur Erkennung von bestimmten Manipulationen an Steuergeräten.
Dekra setzt künftig auf das AVL-Ditest-Verfahren zur Erkennung von bestimmten Manipulationen an Steuergeräten. (Bild: Dekra)

Egal ob Leasinggesellschaft, Fuhrparkmanager, Autohaus oder Privatkunde: Wenn es um die Rücknahme oder den Kauf eines Gebrauchtwagens geht, spielt die Echtheit eines Fahrzeugs eine wichtige Rolle. Die Vielzahl an Steuergeräten, die in modernen Fahrzeugen verbaut sind, macht es Fachleuten und Laien gleichermaßen schwer, zu prüfen, ob beispielsweise Kilometerstand und Fahrzeug-Identifikationsnummer (FIN) auch wirklich korrekt sind.

Fundierte Entscheidungsgrundlage

Ein von AVL Ditest gemeinsam mit der Sachverständigenorganisation Dekra entwickeltes Verfahren soll es nun ermöglichen, schnell und kostengünstig möglichen Manipulationen an den Steuergeräten auf die Spur zu kommen. Das Konzept wird laut dem Stuttgarter Unternehmen ab sofort in allen 75 Dekra-Niederlassungen bundesweit angeboten und löst den bisherigen sogenannten „System-Check“ als einen der drei Bestandteile des Dekra-Siegels für Gebrauchtfahrzeuge ab.

Ausschlaggebend für die Einführung des neuen Verfahrens sei gewesen, dass man mit der neuen Steuergerätediagnose einfach und kostengünstig Hinweise auf Manipulationen erhalten könne, erklärt Michael Tziatzios, Leiter Gebrauchtwagenmanagement Dekra Automobil GmbH. „Wir stellen Auffälligkeiten fest, wir liefern Anhaltspunkte.“ So könne der Auftraggeber selbst entscheiden, ob er etwa ein analytisches Gutachten beauftrage, um rechtsverwertbare Erkenntnisse zu gewinnen.

Markenübergreifender Service

Die Steuergerätediagnose funktioniert nach Angaben der Sachverständigenorganisation unabhängig von der Fahrzeugmarke und bei allen Fahrzeugen mit nennenswertem Marktanteil. „Bei echten Exoten kann es natürlich schwierig werden“, erklärt Tziatzios. Gleiches gelte für sehr alte Fahrzeuge. Die Stuttgarter empfehlen die Steuergerätediagnose für Fahrzeuge etwa ab Baujahr 2010. Der Hintergrund: Ältere Steuergeräte kommunizieren oft anders und speichern meist weniger Daten als die in neueren Autos.

Zu den möglichen Manipulationen, die sich mit dem Verfahren aufspüren lassen, gehört zum Beispiel der gefälschte Kilometerstand. Gleiches gelte für die FIN, so Tziatzios. „Gerade bei gestohlenen Fahrzeugen wird hier oft versucht, zu manipulieren.“ Zudem könne man Hinweise finden, ob Steuergeräte deaktiviert wurden oder ein nicht fachgerechter Austausch stattgefunden hat. Derartige Manipulationen könnten laut dem Dekra-Experten beispielsweise bei einem Airbag-Steuergerät fatale Folgen haben.

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