Nutzfahrzeugmarkt Mit (Voll-)Gas durch die Krise

Autor / Redakteur: Hans-Jürgen Wildhage / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Die Coronakrise traf den Absatzmarkt der Sattelzugmaschinen mit voller Wucht. Nur ein Hersteller konnte zulegen: Iveco erntet nun die Früchte für sein Engagement auf einem ganz speziellen Gebiet.

Die Mautbefreiung von Erdgas-Lkw kurbelte die Nachfrage nach dem Iveco S-Way NP an.
Die Mautbefreiung von Erdgas-Lkw kurbelte die Nachfrage nach dem Iveco S-Way NP an.
(Bild: Iveco)

Sattelzugmaschinen gelten traditionell als ein Indikator für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Der Brennglascharakter dieses Fahrzeugsegments zeigte sich 2020 mit ganzer Schärfe: Kamen im Zulassungsjahr 2019 noch 38.524 Neuwagen erstmals in den Verkehr, sank die Zahl nun auf 25.875 Einheiten. Dieser Rückgang um knapp ein Drittel ist nicht unerheblich auf die Lockdown-bedingten Produktionsausfälle in der ersten Hälfte des abgelaufenen Jahres zurückzuführen.

Betroffen waren sechs der sieben relevanten Nutzfahrzeugmarken. Einzig Iveco konnte ein Plus in der Neuzulassungs-Jahresbilanz verbuchen, und zwar ein kräftiges: 1.828 Neuwagen 2020 bedeuten einen Zuwachs um 703 Einheiten oder 62,5 Prozent. Der Marktanteil sprang förmlich nach oben: von 2,9 auf 7,1 Prozent – plus 4,2 Prozentpunkte. Eindeutiger Treiber waren dabei die gasmotorisch angetriebenen Sattelzugmaschinen: „Einen Schub gab es im vergangenen Jahr für unsere Natural-Power-Gas-Fahrzeuge durch die Mautbefreiung von LNG/CNG-Trucks über 7,5 Tonnen bis Ende 2023“, erklärt Christian Sulser, Vorstand Vertrieb und Marketing der Iveco Magirus AG. So könne der neue S-Way NP mit einem 460-PS-Gas­motor und einer Reichweite von bis zu 1.600 Kilometern bei vielen Speditionen punkten, die Iveco bislang nicht auf dem Schirm hatten.