ZKF-Branchentreff 2018 Motiviert in die Zukunft

Redakteur: Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Hoffnungsvolle Entwicklungen zeigte ZKF-Präsident Peter Börner heute in seiner traditionellen Grundsatzrede zum Branchentreff auf. Dabei stellt sich die derzeitige Situation der Branche eher düster dar.

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ZKF-Präsident Peter Börner hält seine traditionelle Grundsatzrede zur Lage der Branche während des Branchentreffs in Wolfsburg.
ZKF-Präsident Peter Börner hält seine traditionelle Grundsatzrede zur Lage der Branche während des Branchentreffs in Wolfsburg.
(Bild: Wenz)

Der 70. ZKF-Branchentreff startete heute mit einer richtungsweisenden Mitgliederversammlung. ZKF-Präsident Peter Börner erklärte zu Beginn seiner Grundsatzrede: „Wir haben heute eine zukunftsweisende Mitgliederversammlung hinter uns gebracht. Noch nie in der Geschichte unseres Verbands wurden drei wichtige Beschlüsse in einer Versammlung getroffen."

Die Beschlüsse betrafen

  • die kollegiale Zusammenarbeit mit dem Kfz-Gewerbe, Planungssicherheit bei den Finanzen des ZKF
  • und eine Investition in die zukunftsweisende Repair-Pedia AG.

„Wir haben Grundsteine für eine gute Zukunft des Verbandes gelegt“, erklärte Peter Börner.

Trotz dieser zukunftsweisenden Mitgliederversammlung legte Börner in seiner Grundsatzrede den Finger in so manche Wunde der Branche. Beispielsweise beklagte er den allgegenwärtigen Fachkräftemangel: „Keiner will mehr Handwerk lernen, obwohl das gesamte Handwerk boomt.“ Allerdings würde andere Gewerke Preise und Gewinne erzielen, von denen die K&L-Branche nur träumen könne.

Zudem würden sich Hersteller abgrenzen und versuchen, durch die digitalen Möglichkeiten den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeuges dieses an die eigenen Reparaturnetze zu binden.

„Sie produzieren, saugen und verwerten Daten unter dem Vorwand Sicherheitsrelevant", führte Börner aus. Die Kraftfahrt-Versicherungen hätten den Braten schon lange gerochen und würden OBD-Stecker mit SIM-Karten anbieten. „Das Fahrzeug wird zum Datengenerator. Unfälle, Anstöße und Bewegungsprofile des Fahrzeugs werden der Versicherung gemeldet“ ergänzte Börner.

Auf dem Versicherungsmarkt herrsche ein gnadenloser Preiskampf um den nächsten Kunden, obwohl die Versicherung nachweislich mit der Kraftversicherung keinen Euro verdiene. führte Börner weiter aus. „Jeglicher Kostendruck wird dabei scheinbar auf unserem Rücken ausgetragen. In einer Studie im Auftrag eines großen Versicherers konnte ich nachlesen, dass in den nächsten Jahren nochmals 15 bis 19 Prozent an den Schadenkosten und über 50 Prozent an den Schadenregulierungskosten eingespart werden sollen“, erklärte Börner. Die Betriebe würden derweil mit unerreichbaren Zeitvorgaben, kaum zu findenden Fachpersonal, ständig steigenden administrativen Aufgaben und anschließender Kürzung ihrer Leistung Kämpfen.

„Die Anzahl der Handwerksbetriebe und auch der Autowerkstätten sinkt, es gibt keine Betriebsnachfolge, keine Kaufinteressenten und deshalb immer mehr Betriebsaufgaben“, ergänzte Börner. Gleichzeitig steige die Anzahl der Schäden und der Branche würde es trotzdem nicht gelingen, Angebot, Nachfrage und Preis in Einklang zu bringen. „Ich habe es bereits auf einigen Versicherungsveranstaltungen deutlich gemacht: Ich warne davor, so weiter zu machen liebe Versicherungen, denn dann wird sich die Zahl der Werkstätten im Verhältnis zu den Schäden deutlich verringern und die Schadenlenkungs-Branche findet keine ausreichenden Ressourcen zur Reparatur“, sagte Börner. Jetzt sei laut allen Zahlen der Branche die richtige Zeit, dem ruinösen Wettbewerb der Rechnungskürzer und dem Preistreiben der Versicherer auf dem Rücken der Betriebe ein klares Signal zu senden: So nicht!

Mehr zum Branchentreff und zur Grundsatzrede von Peter Börner lesen Sie in der Ausgabe 7/2018 der »Fahrzeug+Karosserie«.

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