ACV Nein zur blauen Plakette

Redakteur: Marion Fuchs

Der aktuellen YouGov-Umfrage im Auftrag des Kölner Automobil-Club Verkehr zu Folge lehnen 32 Prozent der Deutschen die Einführung der blauen Plakette ab.

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(Bild: ADAC)

Die Infrastruktur in den Ballungszentren ist am Limit. Die Verkehrsflächen werden knapper, der Straßenausbau ist oft nicht möglich. Staus und zähfließender Verkehr sind die Folge. Parkplätze sind oft Mangelware, die Luftqualität verschlechtert sich zunehmend. Trotzdem wollen 46 Prozent der Autofahrer nicht auf ihr Auto verzichten. Das ergab die Online-Umfrage „Urbanes Leben: Mobilität in der Stadt“ der YouGov Deutschland GmbH.

Die Einführung der blauen Plakette zur Verbesserung der Luftqualität in Innenstädten lehnen demnach 32 Prozent der Deutschen ab. Vorausgesetzt, Anwohner und ansässige Betriebe profitieren von Sonderregelungen, stimmen 23 Prozent der Befragten für die Einführung der neuen Plakette. Für die sofortige Umsetzung der Pläne des Umweltministeriums ohne Ausnahmeregelung votierten 16 Prozent für die Einführung ohne Ausnahmeregelungen, mit einer Übergangszeit stimmten 14 Prozent der Befragten.

An der Befragung beteiligten sich Ende März dieses Jahres 2.040 Personen. Die Umfrage wurde im Auftrag des ACV Automobil-Club Verkehr in Auftrag gegeben und ist repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

Bessere ÖPNV-Anbindungen an das Umland würden 41 Prozent dazu bewegen, das Auto im Stadtverkehr stehen zu lassen, bei den 18–24-Jährigen sind es sogar über die Hälfte (54 Prozent), aber knapp ein Viertel der Deutschen (23 Prozent) würde im innerstädtischen Verkehr unter keinen Umständen auf ihr Auto verzichten.

Ein Beweggrund auf die innerstädtische Nutzung des Autos zu verzichten, wären für 17 Prozent der Deutschen deutlich höhere Spritpreise. Jüngere Menschen bis 34 Jahren würden die Spritpreise eher abschrecken als ältere.

Weniger Autos durch mehr Infrastruktur?

Auf die Frage, wie wichtig den Deutschen die Umsetzung infrastruktureller Maßnahmen ist, führt der Ausbau des Bus- und Bahnnetzes die Dringlichkeitsliste an. Insgesamt 42 Prozent haben angegeben, dass ihnen der Ausbau wichtig wäre. Sichere und besser ausgebaute Fahrradwege in der Stadt haben für 35 Prozent der Deutschen eine Bedeutung. Für 36 Prozent der befragten Personen sind mehr Abstellflächen und Parkplätze für Autos besonders relevant. Weniger wichtig sind bessere Abstellflächen für Fahrräder mit 22 Prozent. Das diskutierte Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in der Innenstadt (20 Prozent) und die Einführung einer City Maut (6 Prozent) sind in dem Ranking deutliche Schlusslichter.

Die Ergebnisse verdeutlichen das Bedürfnis nach individueller Mobilität, Unabhängigkeit und Komfort. Das Auto verliert trotz Stress und Parkplatzsuche nicht an Popularität. Gleichwohl werden die Ansprüche an ein vernetztes Mobilitätsangebot deutlich, schließlich sind die Befragten multimodal unterwegs, um ihre Wege zu bewältigen.

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