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Neues Produkt, neues Haus

| Redakteur: Redaktion Fahrzeug + Karosserie

ZKF-Branchentreff startete mit Hauptversammlung der Eurogarant Autoservice AGIn der Juli-Ausgabe der F+K hatten wir über den gefühlten Höhepunkt des Branchentreffs berichtet: Eurogarant AG und ZKF gaben auf der Hauptversammlung der AG bekannt, dass sie im kommenden Jahr in Friedberg in eine entsprechend große Immobilie einziehen werden.

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(Archiv: Vogel Business Media)
Durch Realisierung – neben den eigentlichen Büroflächen – von Schulungs- und Tagungsräumen, reichlich Parkplätzen sowie einer Lehrwerkstatt wird das „Deutsche Kompetenzzentrum der Karosserie- und Fahrzeugbauer“ entstehen. Ein Paukenschlag ging von Bamberg aus durch die Republik.


Aber da war noch etwas, über das sofort diskutiert wurde: Das Schadenmanagement der AG wird durch ein neues Produkt bereichert, nämlich „SMILE“. Hier im Anschluss können Sie im Detail lesen, was uns der Vorstandsvorsitzende Thorsten Fiedler auf unsere diesbezüglichen Fragen antwortete: „Für alle Parteien ein sehr interessantes und profitables Konzept.“


Geladen zur ordentlichen Hauptversammlung waren ausschließlich die Aktionäre der Eurogarant Autoservice AG, also die Inhaber der 450 Namensaktien. Als Neuerung fiel auf, dass von jedem Aktionär ein Gast mitgebracht werden durfte. Auf dem Podium im Bamberger Ziegelbau, direkt neben dem eigentlichen Veranstaltungsgebäude für den ZKF-Branchentreff gelegen, hatten die Vorstände Thorsten Fiedler (Vorsitzender) und Peter Börner Platz genommen, ebenso wie der Aufsichtsrat bestehend aus Holger Schmädicke (Vorsitzender, Potsdam), Heinz-Günter Wickenhäuser (Rödermark), Birgit Helfert (Mannheim), Jens Kopp (Freudenstadt), Jörg Bergmann (Essen) und Roland Albert (Nürnberg).


Die üblichen Regularien gingen unkompliziert über die Bühne, ebenso die Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinnes 2012: Vorstand und Aufsichtsrat schlugen vor, den erzielten Bilanzgewinn überwiegend als Gewinnrücklage zu verwenden. Denn der Vorfinanzierungsbedarf sowohl im Ersatzteile- und Werkzeugleasinggeschäft als auch im Schadenmanagement steige weiter erheblich an. Das war sicherlich eine zukunftsweisende Entscheidung, letztlich zum Vorteil der Aktionäre und Stillen Gesellschafter.


„Ein Schritt in eine neue Zeit“ stehe bevor. So fasste es Vorstand Thorsten Fiedler mit Blick auf die in Bamberg verkündeten Veränderungen zusammen. Damit war sicherlich nicht nur der bevorstehende Umzug gemeint, sondern auch die oben geschilderten Veränderungen im Schadenmanagement. Lesen Sie bitte im Anschluss, was Fiedler dazu auf unsere Fragen antwortete.


„Für alle Parteien ein sehr interessantes und profitables Konzept“


Der Vorstandsvorsitzende Thorsten Fiedler verantwortet unter anderem auch das Schadenmanagement der AG. Wir wollten zum neuen Produkt SMILE etwas mehr wissen.


F+K: Herr Fiedler, Sie haben auf der Hauptversammlung der Eurogarant AG in Bamberg „Eurogarant SMILE“ als einen neuen Bestandteil Ihres Schadenmanagements angekündigt. Welche Ideen stehen hinter SMILE?


Fiedler: Die Schadenabwicklung für Fuhrparks und Versicherungen hat viele unterschiedliche Facetten und beinhaltet somit auch umfangreiche Arbeitsschritte und Dienstleistungen. Unser Ansatz ist es ähnlich einem Baukastensystem, die Schadenmanagement- und Werkstattdienstleistungen zur Verfügung zu stellen, um dem Kunden die Möglichkeit zu geben, aus der ganzen Palette jeweils nur die gewünschten Leistungen auszuwählen und auch nur diese zu bezahlen.


F+K: Wie eng ist denn der Schadenmanagementmarkt für die AG, dass Sie über neue Geschäftsmodelle nachdenken müssen?


Fiedler: Dies hat nichts mit der Enge des Schadenmanagementmarktes zu tun, sondern mit dem ständigen Wandel im Markt. Neue Anforderungen bedingen neue Überlegungen, wie man sich im Markt aufstellt. Die Bedürfnisse von Maklern, Versicherungen, Leasinggesellschaften oder Fuhrparks gestalten sich teilweise völlig unterschiedlich und darum möchten wir noch intensiver auf  die Kundenbedürfnisse eingehen.


F+K: Für wen ist SMILE vorrangig konzipiert, für Eurogarant-Reparaturbetriebe oder als Angebot für die Seite, die die Reparaturrechnungen letztendlich bezahlen sollen?


Fiedler: In erster Linie sind wir dafür angetreten, unseren Mitgliedsbetrieben Vorteile am Markt zu verschaffen. Dazu benötigt es natürlich beide Seiten – die Werkstatt und die Seite, die den Schaden letztendlich zahlt. Wir haben mit SMILE die Möglichkeit geschaffen, für alle Parteien ein sehr interessantes und profitables Konzept zu nutzen.


F+K: Für die Aktionäre der Eurogarant Autoservice AG sei die Teilnahme freiwillig. Wie viele werden nach Ihrer Ansicht daran teilnehmen?


Fiedler: Wir gehen davon aus, dass unser Konzept für alle unsere Aktionäre hoch interessant ist, zumal dieses Produkt von unseren eigenen Betrieben gewünscht, teilweise sogar gefordert wurde und auch mit dem ZKF, dem BVdP und einer Auswahl Betriebsinhaber endgültig abgestimmt wurde.


F+K: Wie lange können die Aktionäre zusteigen?


Fiedler: Da unser neues Konzept absolut freiwillig ist, können die Aktionäre jederzeit einsteigen oder auch aussteigen.


F+K: Was versprechen Sie sich letztendlich von SMILE?


Fiedler: Wir erwarten für 2014 einen Anstieg unserer betreuten Fahrzeuge im Makler- und Versicherungsbereich und somit eine Steigerung der vermittelten Schäden an unsere Eurogarant-Fachbetriebe. Wir möchten weitere Marktanteile hinzugewinnen und die Dienstleistungen unseres Unternehmens gemeinsam mit unseren Betrieben noch weiter ausbauen.


F+K: Das Ganze sei maßgeschneidert und in vier Baustein-Größen zu haben. Ist das ein Angebot an Ihre Reparaturbetriebe oder eher an Flottenbetreiber und Leasinggesellschaften?


Fiedler: Sowohl als auch, obwohl sich das neue Angebot SMILE mehr noch an Makler und Versicherungen richtet! Die Betriebe sind gehalten viele kostenlose Leistungen anzubieten, die möglicherweise vom Kunden in dieser Form überhaupt nicht benötigt werden. Für die Werkstatt verursachen diese Nebenleistungen wie Hol- und Bringservice, kostenloses Fahrzeug der Klasse A usw. deutliche Mehrarbeit Arbeit und nicht unerhebliche Kosten. Für den Kunden verteuern diese Nebenleistungen den Preis der Fahrzeugreparatur, da die Leistungen selbstverständlich eingepreist werden müssen. Wir verfolgen mit SMILE das Ziel, ein Preis-Leistungsverhältnis zu bieten, bei dem der Kunde nur die von ihm gewünschte Dienstleistung bezahlt und der Betrieb nur die Dienstleistung erbringen muss, die schlussendlich auch honoriert wird.


F+K: Es sei, so sagten Sie in Bamberg, auf die Bedürfnisse der Versicherungen und Makler zugeschnitten. Wie profitiert der Reparaturbetrieb?


Fiedler: Der Betrieb wird auf Dauer deutlich mehr Werkstattaufträge seiner AG erhalten. Ein weiterer Vorteil liegt auch darin begründet, dass angefallene Nebenleistungen in diesem Konzept berechnet werden dürfen. Das Ganze basiert auf einer für beide Seiten fairen und transparenten Abrechnung.


Die Fragen stellte Ingo Röver


 

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