Dekra Nicht ohne Sachverstand

Autor / Redakteur: Das Gespräch führte Konrad Wenz / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Digitalisierung macht vor dem Schadengutachten nicht halt. Braucht man da künftig noch den Sachverständigen? Ja, ist Bernd Grüninger von Dekra überzeugt: Denn der muss die Ergebnisse von Scannern, Apps oder Bilderkennung validieren.

Bernd Grünninger ist seit 2018 Bereichsleiter Gutachten und Mitglied der Geschäftsleitung der Dekra Automobil GmbH.
Bernd Grünninger ist seit 2018 Bereichsleiter Gutachten und Mitglied der Geschäftsleitung der Dekra Automobil GmbH.
(Bild: Karl-Heinz Augustin)

Redaktion: Die Versicherungswirtschaft treibt die digitalen Gutachten weiter voran – was halten Sie von dieser Entwicklung?

Bernd Grüninger: Mich stört zunächst der Begriff „digitale Gutachten“. In Sachen Digitalisierung im Bereich der Gutachten begegnen uns mehrere unterschiedliche Entwicklungen, wie die KI- und Scanner-Technologie, per Web oder Livestream erstellte Dienstleistungen, per Livestream-Übertragung besichtigte Fahrzeuge und so weiter.

Okay. Bleiben wir zunächst bei der künstlichen Intelligenz, kurz KI: Bei entsprechender Vergleichsdatenmenge könnte man ein Bild vorlegen und daraus den Reparaturweg ableiten oder die Reparaturkosten kalkulieren. Wie sicher ist so etwas?

Aus meiner Sicht sind die Systeme derzeit noch nicht so ausgereift, dass man sich wirklich auf sie verlassen kann. Auch die Scanner-Technologie, die wir gerade testen, ist ja eine KI-Anwendung. Unserer Erfahrung nach erkennt der Scanner zwar viel. Aber die Interpretation dessen, was erkannt wird, erfüllt noch nicht unsere Qualitätsansprüche an ein Gutachten.