Fahrerassistenzsysteme Not-Stop auch beim Rückwärtsfahren

Die Versicherer fordern, dass Autos auch beim Rückwärtsfahren automatisch bremsen sollen, wenn eine Kollision droht. Dies könne viele Personenschäden vermeiden und mehrere Milliarden Euro einsparen.

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Praktisch jedes Auto hat Ultraschallsensoren für die Rückwärtsfahrt. Eine automatische Bremsfunktion ist aber nicht in jedem Fall dabei.
Praktisch jedes Auto hat Ultraschallsensoren für die Rückwärtsfahrt. Eine automatische Bremsfunktion ist aber nicht in jedem Fall dabei.
(Bild: Rosenow/»kfz-betrieb«)

Automatische Notbremsassistenten (Autonomous Emergency Braking – AEB-Systeme) überwachen üblicherweise den Bereich vor dem Fahrzeug, um so Auffahrunfälle oder Kollisionen mit Fußgängern zu vermeiden. Doch Notbremsassistenten sollte es auch für das Rückwärtsfahren geben, fordert das Goslar-Institut, das zur Versicherung HUK-Coburg gehört. Dies würde Passanten oder Radfahrer schützen und Parkrempler verhindern.

Die dafür erforderliche Technik sei in den meisten Pkw schon vorhanden, stellt etwa der ADAC fest: In Form von Heck-Ultraschallsensoren, die lediglich mit jener Bremsfunktion verknüpft werden müssten, die das in Neuwagen obligatorische ESP-System bereits beherrscht.

Trotz der üblicherweise niedrigen Geschwindigkeiten kann beim Rückwärtsfahren viel passieren – das zeigt die Unfallforschung der Versicherer (UDV). Rund 17 Prozent aller Pkw-Fußgänger-Unfälle geschehen, während ein Auto langsam rückwärts fährt. Dabei kommt es nicht selten zu schweren Personenschäden, weil in mehr als 60 Prozent dieser Fälle der Fußgänger 69 Jahre oder älter ist. Schon ein leichter „Rempler“ beim Zurücksetzen kann diesen Personen, aber auch Kindern, erhebliche Verletzungen zufügen.

Einsparpotenzial von 2,1 Milliarden Euro jährlich

Darüber hinaus können Notbremssysteme beim Rückwärtsfahren auch Haftpflicht-Sachschäden in beträchtlicher Höhe verhindern, wie Studien der deutschen Versicherer belegen. Demnach sollen mit aktiv bremsenden Parkassistenten zwei Drittel der Park- und Rangierschäden vermieden werden können. Dies entspreche einem volkswirtschaftlichen Einsparpotenzial von 2,1 Milliarden Euro jährlich, rechnet der ADAC vor.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommen US-amerikanische Untersuchungen. So bestätigen die Verkehrssicherheitsexperten des Insurance Institute for Highway Safety (IIHS) und des Highway Loss Data Institute (HLDI) die Wirksamkeit von automatisch bremsenden Parkassistenten. Solche unfallverhindernde Technologien, die bei Bedarf selbsttätig eingreifen, seien effektiver als reine Warnfunktionen, stellen die Sicherheitsforscher fest. Kaum eine andere Unfallvermeidungs-Technologie verhindere so viele Sachschäden wie die AEB-Systeme, erklärte HLDI-Chef Matt Moore auch mit Verweis auf die dadurch eingesparten Kosten.

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