ZKF PKW-Fachbetriebe kämpfen mit dem Rückgang der Renditen

Redakteur: Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Die wirtschaftliche Situation der K&L-Betriebe war auch auf dem Schadentalk während der Automechanika ein Thema. Dabei zeigt der ZKF-Branchenspiegel: Die EBITDA-Ergebnisse verschlechtern sich seit 2002 deutlich.

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ZKF-Präsident Peter Börner warnt vor dem weiteren Zerfall der Renditen in den K&L-Betrieben.
ZKF-Präsident Peter Börner warnt vor dem weiteren Zerfall der Renditen in den K&L-Betrieben.
(Bild: ZKF)

ZKF-Präsident Peter Börner warnt beim Schadentalk während der Automechanika in Frankfurt vor weiteren sinkenden Renditen bei den reparierenden Karosseriefachbetrieben. Er zeigte auf, wie sich die EBITDA-Margen (operatives Ergebnis) der reparierenden PKW-Mitgliedsbetriebe im „ZKF-Branchenbericht“ in den letzten 15 Jahren deutlich verschlechterten: „Als eine wesentliche Ursache für den Rückgang der Rentabilität in der Instandsetzung sehen wir die Schadenslenkung durch Versicherer. Viele Betriebe haben für deren Umsatzversprechen Preiszugeständnisse in Kauf genommen und damit auch einen deutlich geringeren wirtschaftlichen Erfolg“.

„Erst vor kurzem hat der Zentralverband für Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) eine Pressemeldung veröffentlicht, in der berichtet wurde, dass Kfz-Versicherer umfassende Eingriffe in das milliardenschwere Ersatzteilgeschäft im Karosseriebereich planen“, so Peter Börner. Laut des jährlich erhobenen ZKF-Branchenberichts als betriebswirtschaftlicher Spiegel des Unfallreparatur-Fachbetriebs im Karosserie- und Fahrzeugbau ist der Anteil des Wareneinsatzes mittlerweile zu einer überlebenswichtigen Größe dieser Betriebe geworden.

Eine Betrachtung mit Blick auf die EBITDA-Zeitreihe (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte) des Branchenberichts habe gezeigt, dass zu niedrige Stundenverrechnungssätze – bereits unter Selbstkosten vereinbart zwischen Kfz-Versicherer und Betrieb über Jahre hinweg zu einer allmählichen „Querfinanzierung“ durch Erträge bei Karosserie-Ersatzteilen führen. Die Grafik der EBITDA-Margen zeigt den rapiden Verfall des Betriebsergebnisses in den letzten rund fünfzehn Jahren.

(Bild: ZKF)

Dies führt dazu, dass viele Betriebe nicht mehr wirtschaftlich sinnvoll am Markt geführt werden können.

Durch den Wegfall der Ersatzteilmarge würde ein weiterer überlebenswichtiger Teil der heutigen Erträge in den Karosserie- und Lackierfachbetrieben wegbrechen. Hinzu kommt, dass der Teileumsatz nicht mehr in den Bilanzen der Betriebe stehen würde, was im Vorjahresvergleich zu einem massiven Umsatz- und Renditeeinbruch der Betriebe führen könnte. Dies kann sich in Folge ebenfalls negativ auf Finanzierungsgespräche mit Banken für benötigte Investitionen oder auch auf die Unternehmensnachfolge auswirken.

Die Renditen in den Unternehmen müssen wieder steigen, damit Betriebe in Personal und Investitionen investieren können, denn in Zeiten von immer weniger Unfallreparatur-Fachbetrieben spielen Versicherer dabei auch mit den Ressourcen zur Schadenabwicklung für ihre Kunden.

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