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Dekra Prüforganisation forciert Treuhandmodell für Fahrzeugdaten

| Autor: Andreas Grimm

Der freie Zugriff auf Fahrzeugdaten ist für die Prüforganisationen ein entscheidender Aspekt der Digitalisierung. Ohne Zugang könnten sie die Sicherheit von modernen Fahrzeugen nicht mehr umfänglich überwachen.

(Foto: Dekra)

In der Diskussion um den Zugang zu sicherheits- und umweltrelevanten Daten, die die Fahrzeuge generieren, hat sich die Prüforganisation Dekra klar für den ungefilterten Zugang der Sachverständigen zu den Informationen ausgesprochen. Aus Sicht von Dekra-Chef Stefan Kölbl gehören diese Daten den Verbrauchern, somit müssten auch die von ihnen beauftragten Dienstleister diese Informationen nutzen können. Anders lasse „sich der ordnungsgemäße Zustand und die Sicherheit der Fahrzeuge nicht garantieren“, sagte Kölbl während der Vorstellung der Unternehmenszahlen im ersten Quartal.

Um diesen Zugang zu garantieren, hat die Dekra mit anderen Sachverständigen-Organisationen die Initiative „Trust-Center“ ins Leben gerufen. Damit wollen die Prüfspezialisten einen unabhängigen Datentreuhänder im staatlichen Auftrag aufbauen. Auf einer herstellerunabhängigen Plattform, den Trust-Centern, sollen Fahrzeugdaten treuhänderisch gespeichert und nach klar definierten Kriterien an Prüforganisationen weitergegeben werden. Das soll zugleich verhindern, dass die Hersteller allein über den Zugriff zum Beispiel auf Unfalldaten moderner, vernetzter Fahrzeuge entscheiden.

Dass Handlungsbedarf besteht, zeige sich an der steigenden Digitalisierung der Fahrzeuge. „Die Hauptuntersuchung der Zukunft, die HU 4.0, wird datengetrieben sein“, ist Kölbl überzeugt. Insbesondere nach Verkehrsunfällen und Verkehrsverstößen müssten Ursachen und Verantwortlichkeiten neutral geklärt werden können. „Der ungefilterte Datenzugang ist dafür zwingende Voraussetzung“, so Kölbl.

Gleichzeitig äußerte sich der Dekra-Chef zufrieden mit der aktuellen Entwicklung des Prüfkonzerns. In China hatte der Konzern zuletzt die internationale Expansion im Fahrzeugprüfwesen vorangetrieben. Dazu kamen die Übernahmen regionaler Anbieter in Dänemark und in den USA. Darüber hinaus konnte in Europa die Zahl der Prüfstationen in Ländern wie Schweden, Bulgarien, Österreich, der Slowakei und der Tschechischen Republik ausgebaut werden.

Unter dem Strich stieg der Konzernumsatz im Jahr 2018 um 6,6 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Ein gutes Drittel davon, 1,3 Milliarden Euro, wurden im Ausland erwirtschaftet. Die Mitarbeiterzahl stieg um über 1.000 auf fast 45.200 Personen.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«