TÜV Süd Reifendruck immer im Blick

Redakteur: Slawa Schaub

Weil Reifendruckkontrollsysteme (RDKS) für Neuwagen bereits Pflicht sind, spielen viele Gebrauchtwagenbesitzer mit dem Gedanken der Nachrüstung. Unterschieden wird zwischen zwei Arten. TÜV Süd-Experten geben zu beiden eine Übersicht.

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Für neue Autos inzwischen vorgeschrieben: Reifendruckkontrollsysteme (RDKS).
Für neue Autos inzwischen vorgeschrieben: Reifendruckkontrollsysteme (RDKS).
(Bild: TÜV Süd)

Viele Gebrauchtwagenbesitzer denken darüber nach, Reifendruckkontrollsysteme (RDKS) nachzurüsten. Da sie helfen sollen Unfälle zu vermeiden, sind sie bei Neuwagen bereits Pflicht. Unterschieden wird dabei zwischen zwei Systemen: direkt und indirekt.

Direkt messende Systeme (DTPMS Direct Tire Pressure Monitoring System) besitzen am Ventil im Reifeninneren oder im Felgenbett Druck- und Temperatursensoren. Diese senden die Messwerte per Funk an das Steuergerät. Wird die festgelegte Warngrenze unterschritten oder ist die Temperatur im Reifen zu hoch, soll eine Kontrolllampe in der Armaturentafel aufleuchten. Laut TÜV Süd erkennen solche Systeme auch, wenn der Luftdruck langsam an mehreren Reifen gleichzeitig schwindet (Diffusionsverlust).

Der Einbau dieser Systeme muss in einer Fachwerkstatt erfolgen. Zudem benötigt der Kunde beim direkten System einen zusätzlichen Satz Sensoren für die Winterreifen.

Indirekt messende Systeme vergleichen im Gegensatz dazu die Raddrehzahlen über die Sensoren des Antiblockiersystems (ABS). Neue Varianten nutzen zusätzlich noch die Schwingungsfrequenzen der Reifen und Beschleunigungssignale. Das System soll analysieren können, wenn ein Reifen weniger Luft hat und sofort Alarm schlagen. Der Vorteil dieses Systems ist, dass der Kunde keinen zweiten Satz Sensoren für die Winterreifen benötigt. Überflüssig ist dann auch der Batterieaustausch bei den Sensoren. Diese Systeme gibt es ab Werk und sie erfordern eine eigene Software, die speziell an das Auto und die Fahrwerkcharakteristik angepasst sein muss. Der Nachteil: Wenn der Autohersteller das nicht vorgesehen hat, ist eine Nachrüstung nicht möglich.

Beide Systeme sollen gleich genau sein. Die neue Generation ITPMS (Indirect Tire Pressure Monitoring System) soll selbst schleichenden Druckverlust erkennen können. Laut Michael Staude vom TÜV Süd entbinden jedoch beide Systeme den Fahrer nicht davon, den Luftdruck regelmäßig zu prüfen und gegebenenfalls zu korrigieren. Das soll auch für die Anpassung des Drucks an die Beladung gelten, beispielsweise vor einer Urlaubsfahrt.

Von den günstigen Ventilkappen rät der TÜV Süd ab: Die Messung sei zu ungenau. Zudem soll das zusätzliche hohe Gewicht zu Unwuchten führen können. Da die Kappen das System über den Reifen hinaus verlängern, bestehe die Gefahr von Beschädigungen bis hin zum Abriss.

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