Würzburger Karosserie- und Schadenstage Relevanz von Kalkulationsdaten

Redakteur: Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Ein Schwerpunktthema bei den Würzburger Karosserie- und Schadenstagen sind in diesem Jahr die Kalkulationsdaten. Branchenexperten gehen dabei den Fragen nach, wie verbindlich die Arbeitszeitvorgaben der Hersteller aus rechtlicher Sicht sind.

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(Bild: Copyright: Stefan Bausewein)

Jeder Betrieb, der sich mit der Unfallschadenreparatur beschäftigt, kennt und nutzt sie: die Kalkulationsdaten der einschlägigen Datenanbieter wie DAT oder Audatex. Diese Daten bilden nämlich in der Regel die Kalkulationsgrundlage für die Reparaturkosten und basieren auf den Vorgaben der Fahrzeughersteller, die eben auch die notwendigen Arbeitszeiten für eine Reparatur beinhalten. Doch was passiert, wenn diese Reparaturvorgaben des OEMs nicht vollständig sind? Oder wenn die Versicherung oder ein Prüfdienstleister den eingeschlagenen Reparaturweg nicht für herstellerkonform hält und einzelne Positionen aus der Rechnung kürzten? Oft hat der Betrieb dann ein Problem, weil Prüfdienstleister und Versicherungen bei der Rechnung keine betriebliche Kreativität zulassen. Was also tun, wenn zum Beispiel die Herstellervorgaben keine Kalibrierungsfahrt vorsehen, sie aber gemacht werden muss, um die Arbeit sach- und fachgerecht abschließen zu können? Solche Arbeiten werden dann oft von den Prüfdienstleistern mit dem Hinweis „keine Herstellervorgabe“ aus dem Kostenvoranschlag gestrichen.Diesen Fragen gehen die diesjährigen Karosserie- und Schadenstage im Vogel Convention Center in Würzburg am 31. März und 1. April nach.

Rechtliche Verbindlichkeit

Solche Streichungen von Leistungen braucht sich jedoch weder die Werkstatt noch der Autofahrer gefallen zu lassen. Letzterer hat einen Anspruch darauf, dass sein Fahrzeug wieder so hergestellt wird, als sei niemals ein Unfall geschehen. Und wenn Sensoren oder Kameras für Fahrerassistenzsysteme vom Unfall betroffen waren und deshalb neu kalibriert werden müssen, dann zählt auch diese Arbeit zu den Regulierungsansprüchen des Geschädigten. Dr. Hans-Joseph Scholten, Richter am Oberlandesgericht Düsseldorf, wird den Teilnehmern der Würzburger Karosserie- und Schadenstage im Vogel Convention Center erklären, inwieweit die Kalkulationsdaten der Datenanbieter aus rechtlicher Sicht verbindlich sind. Darüber hinaus wird Michael Zierau, Referatsleiter Technik des Zentralverbands Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF), erläutern, was es mit der sogenannten IFL-Liste auf sich hat. In ihr sind derzeit rund 70 Arbeitspositionen erfasst, die in den Herstellervorgaben nicht erwähnt werden, aber dem Stand der Technik entsprechen. Diese frei zu kalkulierenden Positionen wurden inzwischen auch in die Kalkulationssysteme der DAT integriert. Weitere Highlights sind die Vorträge zu technischen Themen am zweiten Tag des Branchenevents, das die Fachzeitschriften »kfz-betrieb«, »Fahrzeug+Karosserie« und »Kfz-Schadenmanager« gemeinsam mit den Sponsoren Adelta Finanz, Automechanika, Carbon, DAT, Dekra und Nexa Autocolor veranstalten. Beispielsweise wird Nexa Autocolor aufzeigen, wie effizient sich ein moderner K&L-Betrieb gestalten lässt. Gerade zum Thema Effizienz darf der Teilnehmer mit weiteren Überraschungen rechnen. Abgerundet wird die Veranstaltung durch eine große Ausststellung von fast 70 Unternehmen rund um die Karosserie- und Lackinstandsetzung. Weitere Informationen zum Programm und dem Ablauf, sowie die Anmeldung zur Veranstaltung finden Sie unter /www.karosserie-schadenstage.de.

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