Abbiegeassistenten Schutz für Schwache

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Mit Knorr-Bremse und Continental haben zwei Schwergewichte der Zulieferbranche neue Abbiegeassistenten zum Nachrüsten entwickelt. Beim Arbeitsprinzip unterscheiden sich die Systeme aber grundlegend.

Hier herrscht Todesgefahr: Bei Unfällen mit Lkws und Fahrrädern starben 2019 74 Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer, 571 wurden schwer verletzt.
Hier herrscht Todesgefahr: Bei Unfällen mit Lkws und Fahrrädern starben 2019 74 Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer, 571 wurden schwer verletzt.
(Bild: Continental)

Noch Anfang des Jahres 2020 wollte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer in Brüssel dafür werben, dass der Einbau von Abbiegeassistenten für Lastkraftwagen schneller als geplant zur Pflicht wird. Zur Erinnerung: Erst ab 2022 müssen neu homologierte Fahrzeugtypen serienmäßig mit dem lebensrettenden Fahrerassistenzsystem ausgestattet sein. Für alle Neufahrzeuge wird es erst 2024 zur Pflicht. Lediglich die sogenannten Lang-Lkws brauchen das System schon heute.

Doch mittlerweile ist der Abbiegeassistent im Berliner Ministerium offenbar wieder in Vergessenheit geraten. Im Programm der deutschen EU-Ratspräsidentschaft, die am 1. Juli begonnen hat, taucht der Begriff jedenfalls nicht auf. Angesichts der durch die Coronakrise radikal veränderten Lage ist das zwar kein Wunder – allerdings dürfte das für die Hinterbliebenen der Opfer, die von abbiegenden Lkws getötet wurden, kein Trost sein.

Über den Autor

 Jan Rosenow

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Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group