ZKF Signalisationsstreit belastet die Betriebe

Autor / Redakteur: Konrad Wenz / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Der Verband Karosserie- und Fahrzeugtechnik hält Signalisationswünsche von Versicherungen und Schadensteuerern die ein gewisses Maß überschreiten für höchst bedenklich. Alles was über ein entsprechendes Schild hinaus geht sei abzulehnen.

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ZKF-Präsident Peter Börner hält die Signalisationswünsche der HUK für sehr bedenklich.
ZKF-Präsident Peter Börner hält die Signalisationswünsche der HUK für sehr bedenklich.
(Bild: Wenz)

ZKF-Präsident Peter Börner äußert sich in einer Pressemeldung des Branchenverbands zum aktuellen Signalisationsstreit der Versicherungen und Schadensteuerer. Börner erklärt, dass es aus Sicht des Versicherers zwar verständlich sei, wenn die Partnerbetriebe deutlich als Partner dargestellt werden, z. B. durch entsprechende Hinweise im Eingangsbereich. Wenn jedoch der Versicherer einen Schritt weitergeht und größere Veränderungen der werblichen Außendarstellung des Partnerbetriebes mit Fahnen, Schriftzug und Stehle fordert, sei dies höchst bedenklich und gefährde die Identität des einzelnen Betriebes.

Hintergrund: Die HUK-Coburg fordert ihre Partnerwerkstätten seit Kurzem auf, die Fassadengestaltung möglichst nach HUK-Coburg-Vorgaben als „Die Partnerwerkstatt“ vorzunehmen. Die Allianz-Versicherung wendet sich heftig dagegen und droht den Betrieben, die in beide Konzepte eingebunden sind, mit dem Verlust gelenkter Aufträge. Auch andere Schadenlenker wollen vergleichbar vorgehen.

Der ZKF-Präsident verdeutlicht: „Die bisherige Vorgehensweise, sich als Partner von diversen Versicherern z. B. durch entsprechende Schilder im Kundenannahmebereich darzustellen, wurde in der Branche akzeptiert. Jede weitergehende Signalisation hingegen ist überflüssig und abzulehnen. Freie handwerkliche Unternehmer müssen die Freiheit behalten, wie sie sich nach außen, also gegenüber den Kunden, darstellen wollen“.

Börner verkennt aber nicht, dass die großen deutschen Versicherer eigene Wege bezüglich der Partnerwerkstattnetze gehen werden. Somit werden Betriebe vor die Wahl gestellt, ob sie sich für oder gegen eine Versicherungspartnerschaft entscheiden wollen. „Entscheidet man sich für ein Werkstattkonzept, wie dies beim Konzept ‚Die Partnerwerkstatt` geplant ist, dann muss der Versicherer aber auch in der Lage sein, nicht nur ein Umsatz-, sondern auch ein Rentabilitäts-Versprechen gegenüber seinen Partnerwerkstätten abzugeben“, führt Börner aus. Davon sei man derzeit noch weit entfernt. So lange Versicherer nicht zuverlässige Rendite-Versprechungen abgeben könnten, sollte jeder Karosserie- und Lackier- Fachbetrieb sehr intensiv prüfen, ob und inwieweit er bei solchen Konzepten mitmachen wolle.

„Schadenlenkungs- und Partnerwerkstattkonzepte von Versicherern, Flottenbetreibern und Dienstleistern nehmen in Deutschland nach wie vor zu. Für die teilnehmenden Betriebe bedeutet dies im Regelfall deutlich mehr Umsatz, allerdings bei schlechter werdenden Renditen“, sagt der ZKF-Präsident. „Jeder Betrieb muss für sich selbst entscheiden, ob und wie viel Partnerschaft zum Versicherer er sucht und wie viel Unabhängigkeit er behalten will“, führte Börner weiter aus. „Wichtig ist jedoch, dass zwischen dem Versicherungs- oder Dienstleistungspartner und den teilnehmenden Fachbetrieben faire Bedingungen herrschen und die Marktmacht des Versicherers nicht zu Lasten der Rentabilität der Betriebe ausgeübt wird“, so der ZKF-Präsident.

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