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AZT Smartphone weg, Schlüssel weg

| Redakteur: Birgit Rüdel

Die Telefonfunktion im Smartphone hat bald die Eigenschaft einer Telefonzelle – sie wird nicht mehr benötigt. Dafür nutzt man künftig das mobile Endgerät, um das Fahrzeug zu öffnen. Hierzu stehen aber noch einige Fragen offen.

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Nicht mehr lange, dann ist es Standard: das Smartphone als Fahrzeugschlüssel.
Nicht mehr lange, dann ist es Standard: das Smartphone als Fahrzeugschlüssel.
(Bild: Allianz Deutschland AG)

Der Fahrer öffnet und startet das Fahrzeug über die App, der Schlüssel ist virtuell. Das ist komfortabel, birgt aber auch Risiken. Wie steht es beispielsweise um die Datensicherheit, was passiert, wenn das System gehackt wird?

Autos werden heute mit Blick auf die Weltmärkte entwickelt. Das Allianz Zentrum für Technik (AZT) hat gerade die Anforderungen an den virtuellen Schlüssel in Zusammenarbeit mit internationalen Instituten (RCAR1) zu einem weltweit anwendbaren Standard weiterentwickelt. „Damit ist erstmalig ein globaler Standard zur IT-Sicherheit im Diebstahlschutz bei Kraftfahrzeugen geschaffen worden, der einheitlich in allen Märkten als Grundlage für Entwickler wie auch als Basis für die Regulierung von Totaldiebstählen durch Versicherer genutzt werden kann“, erklärt Jochen Haug, Schadenvorstand der Allianz.

Was ist, wenn das Auto geklaut wurde?

Die Technik des virtuellen Schlüssels stellt die Versicherer im Falle einer Fahrzeug-Totalentwendung vor neue Aufgaben. Bisher reicht der Kunde für die Regulierung den vollständigen Schlüsselsatz bei der Versicherung ein. Dies gilt grundsätzlich auch für den virtuellen Fahrzeugschlüssel. Kein Kunde wird dem Versicherer im Falle eines Fahrzeugdiebstahls sein Smartphone zuschicken wollen. Er muss deshalb jeden Berechtigten nennen, der zum Zeitpunkt der Totalentwendung im Besitz eines virtuellen Schlüssels war, und einen Nachweis über die Löschung der Berechtigung vorlegen.

Virtueller Fahrzeugschlüssel muss sicher sein

Die Experten AZT haben entsprechende Anforderungen an die Gestaltung des virtuellen Schlüssels formuliert, die ein weltweiter Leitfaden für die Systemauslegung und zugleich offen für unterschied-
liche technische Lösungen sind. „Der Kunde muss dem virtuellen Schlüssel vertrauen können. Das geht nur, wenn Datensicherheit garantiert ist. Das heißt, der Schlüssel darf zum Beispiel nicht kopierbar sein“, betont Christoph Lauterwasser, Leiter des AZT.

Die vier wichtigsten Anforderungen an den Virtuellen Fahrzeugschlüssel

  • Der virtuelle Fahrzeugschlüssel darf nicht kopierbar sein, analog zum physischen Schlüssel muss erkennbar sein, wie viele Schlüssel im Umlauf sind.
  • Alle berechtigten Fahrzeugnutzer müssen übersichtlich, transparent und unveränderlich für den Kunden – sowie im Schadenfall für die Versicherung – aufgeführt sein. Der Kunde muss zudem bei einem Totaldiebstahl sofort alle virtuellen Schlüssel nachweisbar zurückziehen können.
  • Die Zugangsberechtigung des Autos muss von der Fahrberechtigung getrennt sein, um das bestehende Schutzniveau der elektronischen Wegfahrsperre nicht zu unterlaufen und die Sicherheit bei zukünftigen Dienstleistungsmodellen wie „Lieferung in den Kofferraum“ zu gewährleisten.
  • Die Datenumgebung von Ausführung und Speicherung des virtuellen Schlüssels muss strikt von sonstigen Applikationen getrennt sein. Alle sicherheitskritischen Daten wie beispielsweise. Berechtigungen und Schlüsselberechnung müssen in einer sicheren Speicher- und Ausführungsumgebung gespeichert bzw. ausgeführt werden.

Eine vollständige Übersicht der Forderungen des AZT an Fahrzeughersteller finden Sie hier:

www.aztautomotive.com.

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