Thermisches Richten Tiefe Hitze

Autor: Dr. Holger Schweitzer

Kalt, mit Brenner oder per Induktion: Für das Richten von Stählen gibt es mehrere Methoden. Warum die Tiefeninduktion eine Alternative für das thermische Richten ist, erklärt Vauquadrat-Geschäftsführer Thomas Vauderwange.

Richten im Darübergleiten: Dank Tiefeninduktion stellt sich der Richteffekt ohne Wartezeit ein.
Richten im Darübergleiten: Dank Tiefeninduktion stellt sich der Richteffekt ohne Wartezeit ein.
(Bild: Vauquadrat)

Herr Vauderwange, Sie sind Experte für das thermische Richten. Was macht die Methode aus?

Grundsätzlich geht es darum, mit Wärme die Form von Metallen zu verändern. Erwärmt man ein Metallstück gleichmäßig, dehnt es sich aus und geht beim Abkühlen in die ursprüngliche Form zurück. Will man diesen Effekt für das Richten nutzen, muss man das Ausdehnen verhindern. Das erwärmte, weiche Material stützt sich gegen das umliegende kalte, feste Material und drückt es zusammen. Ist dieser Effekt stark genug, bleibt das Metallstück nach dem Abkühlen in der gewünschten Form. Eine klassische Methode dafür ist das Flammrichten mit Gasbrennern. Man erwärmt das Metall mit einer Flamme, bis die erforderliche Tiefe erreicht ist. Dann lässt man es abkühlen. Der Nachteil dabei: Die Flamme erwärmt das Material von der Oberfläche nach innen. Dabei streuen die Flammgase die Wärme über eine relativ große Fläche.

Über den Autor

Dr. Holger Schweitzer

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Redakteur, Ressort Technik, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG